orf.at hat geschrieben:orf.at 25.06.05 ÖBB-Infrastruktur mit Verlusten im ersten Vierteljahr
Die neu gegründete ÖBB Infrastruktur Betrieb AG ist gleich im ersten Vierteljahr ihres Bestehens in die roten Zahlen gerutscht. Die ÖBB haben heute entsprechende Aussagen von Eisenbahner-Gewerkschaftschef Wilhelm Haberzettl im "Kurier" bestätigt. Haberzettl warnt davor, dass "das Loch im Betrieb immer größer wird".
Haupteinnahmequelle der Infrastruktur Betrieb AG, die für die Bahnerhaltung verantwortlich ist, ist neben einem staatlichen Zuschuss von rund einer Mrd. Euro das so genannte Infrastrukturbenützungsentgelt (IBE), das die Personen- und die Güterverkehrs-Holding pro gefahrenen Schienenkilometer bezahlen müssen.
Verkauf von "Familiensilber" nötig?
Die Einnahmen aus der Benützungsgebühr seien jedoch deutlich niedriger ausgefallen als erwartet, so Haberzettl. Gleichzeitig aber muss die Infrastruktur-Holding eine fixe Pachtsumme - für 2005 sind es 368 Mio. Euro - an die ÖBB-Bau-Holding abliefern. Haberzettl warnt, dass die Bahn Vermögen verkaufen wird müssen, um die Schulden an sich selbst zu decken.
Im ÖBB-Management weist man die Sorgen über eine Finanzierungslücke zurück und verspricht Einsparungen. Außerdem hält man den Zeitpunkt zu früh für eine Einschätzung. Zusätzliches Geld soll zudem der Einstieg der ÖBB ins Baugeschäft bringen. Mit bis zu 4.000 Mitarbeitern wollen die ÖBB künftig als Baufirma für öffentliche Projekte auftreten.