Neue Verkehrsgewerkschaft ab 2007 (23.06.05)

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NorbertK

Neue Verkehrsgewerkschaft ab 2007 (23.06.05)

Beitrag von NorbertK »

Vorarlberg Online hat geschrieben:Vorarlberg Online, Donnerstag, 23. Juni 2005 12:00
ÖBB: Neue Verkehrsgewerkschaft ab 2007

Die neue Großgewerkschaft rund um die Eisenbahner soll spätestens im Frühjahr 2007 stehen. Das verkündete ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch bei einer Pressekonferenz Donnerstag Vormittag.

Einen Namen für die „Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft“ gibt es vorerst noch nicht, ebenso wenig wurde ein Vorsitzender festgelegt. Durch die Fusion von Eisenbahner-, Tourismus- und Transport-Gewerkschaft entsteht ein Block mit knapp 175.000 Mitgliedern. Darin vertreten sind Piloten und Lokomotivführer ebenso wie Fußpfleger oder Friseure.

Als ersten Schritt zum Zusammenschluss wurde heute von den drei Vorsitzenden Wilhelm Haberzettl (Bahn), Rudolf Kaske (Tourismus/HGPD) und Willibald Steinkellner (Handel/Transport/Verkehr - HTV) ein so genannter Projektvertrag unterzeichnet. Dieser sieht unter anderem vor, dass Beschlüsse im Überleitungspräsidium einstimmig zu fassen sind. Die Sprecherrolle rotiert im Halbjahres-Rhythmus. Als Erster an der Reihe ist Steinkellner.

Dieser begründete den Schritt mit der Notwendigkeit einer größeren Effizienz. Mit dem Zusammenschluss werde es möglich, durch flächendeckende Betreuung die Attraktivität der Gewerkschaft zu steigern, betonte Steinkellner, der derzeit unter anderem für das Flugpersonal und die sozialen Dienstleister in Privat- und konfessionellen Krankenhäusern zuständig ist.

Kaske erinnert der Zusammenschluss an eine „Patchwork-Familie“, von der alle nur profitieren könnten. Ziel sei es, eine „moderne, schlagkräftige und einige Verkehrsdienstleistungsgewerkschaft auf die Beine zu stellen“. Genau wie seine in den 70er-Jahren gegründete Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, persönliche Dienste werde auch die Nachfolge-Organisation eine Erfolgsgeschichte schreiben, so Kaske. Und dies obwohl jede der drei Gewerkschaften eine eigene Kultur habe: „Alle können von allen in dieser Gewerkschaft profitieren.“

Starker Mann der neuen Gewerkschaft dürfte Haberzettl werden

Starker Mann der neuen Gewerkschaft dürfte jedenfalls Haberzettl sein, sind seine Eisenbahner doch unter den Fusionsgewerkschaften die mit Abstand größte und am besten organisierte Teilorganisation. Er begründete das Zusammengehen damit, dass viele Unternehmen versuchten, durch Ausgliederungen die gewerkschaftliche Vertretung zu schwächen. Mit dieser Fusion erreiche man nun die nötige Flexibilität, die für eine effektive Vertretung der Arbeitnehmer notwendig sei.

Ob noch weitere Gewerkschaften zu dem Projekt hinzustoßen könnten, wollte Haberzettl für die Zukunft nicht ausschließen: „Wir sind völlig offen.“ Allerdings werde man die nächsten 18 Monate dafür benötigen, die „erste Pflanze, die aus der Infra (Gewerkschaftsallianz u.a. mit den Gemeindebediensteten, Anm.) hervorsprießt“, auf die Beine zu bringen.

Äußerst zufrieden mit der Entwicklung zeigte sich Verzetnitsch, der ja stets für eine Konzentration der Kräfte in der Gewerkschaft eingetreten war. Es sei immer effizienter, wenn solche Verbindungen aus dem Inneren heraus selbst entschieden und nicht von oben herab verordnet würden: „Der beste Weg in die Zukunft ist jener, der gemeinsam gegangen wird.“ Die ebenfalls stark in Diskussion stehende Vereinigung von Privatangestellten und Druckern wollte der ÖGB-Chef übrigens nicht bestätigen. Es gebe hier keine entsprechenden Beschlüsse.

Vorarlberg Online, Donnerstag, 23. Juni 2005 12:00
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