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Es war einmal: Das Gesäuse [25 B.]

 
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Anmeldungsdatum: 06.12.2006
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 05, 2007 18:27    Titel: Es war einmal: Das Gesäuse [25 B.] Antworten mit Zitat

Liebe Forumsgemeinde

Diesen Bericht widme ich einer der schönsten Bahnstrecken Österreichs. Zwischen Admont und Hieflau bahnt sich die Enns seit Jahrtausenden den Weg durch die Kalkstöcke von Ennstaler- und Eisenerzer Alpen. Das Tosen des Flusses, welches von den hoch aufragenden Felswänden wiedergegeben wird, hat dieser Schlucht den Namen gegeben – das Gesäuse. 1871 wurde die Strecke der Kronprinz Rudolfs-Bahn zwischen Amstetten und Rottenmann eröffnet. Sie war das erste Teilstück der Verbindung zwischen Amstetten und Pontebba im heutigen Italien.

Bis 1972 fuhren auf dieser Strecke Dampflokomotiven, zuletzt der Baureihen 86, 52 und 78. Erst dann bestimmten Elektroloks den Betriebsalltag. Aber auch dieser Planbetrieb war bunt und interessant wie die nachfolgenden Bilder beweisen sollen…

Das ist mein allererstes brauchbares, selbst gemachtes Foto eines Zuges: Am 4. April 1982, dem Palmsonntag, fuhr ich nach Hieflau. Durch eine Sperre der Pyhrnbahn wurden die Kalkschotterzüge über Kleinreifling nach Linz umgeleitet. Hier ist die 1010.13 mit einem dieser Umletiungszüge zu sehen.



Dem Regionalzug 3513 wurde die 1245.02 vorgespannt, es handelt sich um die Zuführung der Verschubreserve Kleinreifling aus Selzthal. Zuglok war die tannengrüne 1046.12. 4061/1046er waren lange Jahre Stammloks auf der Gesäusestrecke im Personenzugverkehr.



Am 5.03.1988 wußte ich noch nicht, dass eine Woche später endgültig der Betrieb auf der Erzbergbahn eingestellt wird, ansonsten wäre ich über den Präbichl gefahren. So begnügte ich mich mit der Aufnahme des 5081.560 im Bahnhof Hieflau (R 4106).



Am 4.04.1982 pendelte die 1245.05 mit zwei Spantenwagen zwischen Hieflau und Eisenerz. Die 1245.05 ist heute Museumslok der ÖBB Erlebnisbahn. Leider musste ich ein schlecht behandeltes Foto scannen, daher die miese Qualität.



In der Dampfzeit war dies eine klassische Szene: Hier mussten die Heizer ihre beiden 52er mit ihren schweren Erzzügen auf Volldampf bringen um genug Schwung für die Bergfahrt zu haben. Bei dieser Doppeltraktion der 1042.051 und einer weiteren 1042 ist dies nicht mehr notwendig und das akustische Erlebnis ist bescheiden.



Die 52.1198 erinnert uns mit ihrem Sonderzug an die Dampfzeit im Gesäuse in den letzten Jahren. Wegen der besseren Authentizität habe ich die Dampfbilder in Graustufen umgewandelt. Der Zug verlässt den Hochstegtunnel.



Im Erzverkehr konnte auch die Baureihe 1010 beobachtet werden. Nach dem Sonderzug folgte die 1010.007 mit einer 1042er und einem Erzzug nach Donawitz.



Die 52.3517 trifft in Gstatterboden ein. Im Hintergrund sind der Gstatterstein und der Tamischbachturm zu sehen. Das Gesäuse wird regelmäßig von Lawinen und Erdrutschen heimgesucht und unterbrochen. Besonders die Lawinen des Tamischbachturmes sind gefürchtet, da sie die Enns stauen und die Druckwelle die Bahnstrecke zerstören können.



Die 1046.018 ist bereits rot lackiert, hat aber noch den Altbaukasten. Sie fährt mit einem Personenzug in Gstatterboden ein. Durch die enge des Tales kommt im Winter die Sonne nicht in alle Teile des Gesäuses.



Der 4010er im Gesäuse ist eine Rarität. Diese Garnituren waren nur im Umleitungsverkehr anzutreffen. Dieses Panorama zeigt schön die winterlichen Licht und Schattenspiele des Gesäuses.



Nächster Halt unserer Fahrt ist die Haltestelle Johnsbach. Hoch ragen senkrecht die Felswände des Hochtormassives auf. Die 1042.518 und eine weitere 1042 befördern einen vollen Erzzug in Richtung Selzthal.



Die 1141 wird mit ihrem Personenzug gleich in Johnsbach halten.



Die 1141.012 konnte im winterlichen Johnsbach mit dem R 3513 abgelichtet werden.



Bei Gesäuse Eingang überquert ein 4030 die Enns. Die 4030er kamen in den Neunziger Jahren im Regionalzugdienst zum Einsatz.



DIE Fotostelle des Gesäuse ist der Bahnhof Gesäuse Eingang. An klaren Tagen eröffnet sich ein herrliches Hochgebirgspanorama, das Generationen von Bahnfotografen in seinen Bann zog. Zuerst noch ein paar Impressionen der späten Dampfzeit. Die 78.618 macht mit einem Sonderzug Pause (12.03.2000).



Dieses Bild der 52.3517 offenbart die ganze Herrlichkeit dieser Fotostelle im Gesäuse, mehr ist nicht zu sagen.



Dieses Foto erinnert an einen der bekanntesten Eilzüge der Gesäusestrecke: Lange Jahre verkehrte der Eilzug 613 zwischen Wien und Selzthal. Ab Amstetten wurde der Zug mit einer 78er bespannt. An schönen Ausflugswochenenden musste meistens eine 52er als Vorspannlok helfen. Die 78.618 und die 52.3517 erinnern uns an diesen legendären Zug mit einer schönen Durchfahrt in Gesäuse Eingang. (6.12.1986)



Heute ist es zwar elektrisch aber genauso fulminant: Die 1042.031 und die 1042.018 ziehen einen Erzzug durch den Bahnhof Gesäuse Eingang. Die tiefstehende Sonne sorgt für diese „Theaterbeleuchtung“.



Dieses Bild ist eine kleine Besonderheit. Durch Gleisbauarbeiten war die Strecke Hieflau – Kleinreifling unterbrochen. Ab Hieflau verkehrte für den E 602 ein Ersatzzug, der mit der 1046.024 bespannt war. Beachtenswert ist auch der Milchwagen am Zugschluß.



Am 15.08.1987 trifft die 1046.016 mit dem Regionalzug 3512 in Admont ein.



Leider hat die Sonne nicht mitgespielt, deswegen sind Großer Buchstein und Hochtor überstrahlt, als sich ein 4030 auf den Weg nach Selzthal macht. In der Mitte ist der Himbeerstein zu sehen. Bei normalen Lichtverhältnissen wäre das ein traumhaftes Motiv…



Der eigentliche Endpunkt der Gesäusestrecke ist der Bahnknotenpunkt Selzthal. Er ist auch das betriebliche Zentrum des Oberen Ennstales. Die Zugförderungsstelle war „Zufluchtsort“ der Altbaureihen wie 1080, 1245 oder 1040. Daher war dieser ort auch immer bei Eisenbahnfreunden sehr beliebt und das sehr verständnisvolles Personal war geschätzt. Kein Wunder, dass hier legendäre Paraden und Feste abgehalten wurde. Die Baureihe 1067 war die einzige elektrohydraulische Lokgattung in Österreich. Die 1067.003 wartet auf ihre nächste Arbeit als selzthaler Verschubreserve (4.03.1988)



Die 1010.006 und die 1042.026 warten mit ihrem Erzzug auf die Weiterfahrt nach Leoben-Donawitz. Daneben steht eine weitere 1042 mit einem Kokszug. (15.08.1987)



1080.002 und 1042.016 sind als Lokzug in Selzthal eingetroffen und der Lokführer prüft soeben etwas eigenwillig die Stangen.



Den Abschluss bildet dieses Erinnerungsbild der 52.3517 auf der Drehscheibe der Zugförderungsstelle Selzthal (15.08.1987). Diese Szene konnte jahrzehntelang beobachtet werden.




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Sybic



Anmeldungsdatum: 20.08.2002
Beiträge: 5142
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: Di Feb 06, 2007 7:19    Titel: Antworten mit Zitat

Einfach herrlich!



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Johannes



Anmeldungsdatum: 02.08.2003
Beiträge: 793

BeitragVerfasst am: Di Feb 06, 2007 8:46    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt weiß ich gar nicht mehr, was ich sagen soll ....
Oja, jetzt weiß ich es wieder:"Diese Fotos sind es wert, kopiert zu werden"
Bad Grin Bad Grin Bad Grin



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Koralm



Anmeldungsdatum: 26.08.2002
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Wohnort: Graz

BeitragVerfasst am: Di Feb 06, 2007 16:45    Titel: Antworten mit Zitat

Von solchen Bildern kann man einfach nicht genung bekommen.

mfg christian


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