ÖBB will über 40 Prozent des Streckennetzes diskutieren

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NorbertK

ÖBB will über 40 Prozent des Streckennetzes diskutieren

Beitrag von NorbertK »

Die Tiroler Tageszeitung hat geschrieben:ÖBB will über 40 Prozent des Streckennetzes diskutieren

90 Mio. Euro Finanzierungslücke bis 2010 - Verkürzung von Betriebszeiten möglich - Verhandlungen auch über höhere Zuschüsse
Strecken, die nur Verluste bringen, sind gefährdet.

Die ÖBB Infrastruktur Betrieb AG will mit Bund, Ländern und Gemeinden über die künftige Nutzung von 40 Prozent ihres Strecknetzes verhandeln. Rund 90 Prozent des Verkehrs würden auf 60 Prozent des Schiennetzes abgewickelt. Auf den restlichen 40 Prozent der Gleiskilometer würden die Einnahmen großteils weniger als 20 Prozent der Kosten decken, erklärte Betriebs AG-Vorstand Peter Klugar am Dienstag vor Journalisten. Klugars Vorstandskollege Alfred Zimmermann betonte, das sein Unternehmen künftig auf keiner Strecke mehr Verluste hinnehmen wolle. Derzeit klafft in der Bilanz des ÖBB-Unternehmens, dass sich um Entwicklung, Betrieb und Erhaltung des Schienennetzes kümmert, bis 2010 eine Lücke von 90 Mio. Euro.

Das Wort "Nebenbahnen-Schließungen" wollte das ÖBB Infrastruktur Betriebs-Managenement heute nicht explizit in den Mund nehmen. Stattdessen sprach Klugar am Dienstag etwa von einer Verkürzung der Betriebszeiten oder der Finanzierung zusätzlicher Zugsverbindungen, die einzelne Strecken zumindest aus Sicht der Infrastruktur Betriebs AG (wenn auch vielleicht nicht aus Sicht der Personen- oder Güterverkehrsgesellschaft, Anm.) rentabler machen würden. Eine Möglichkeit könnte laut Klugar und Zimmermann aber auch die Erhöhung der Zuschüsse durch die öffentliche Hand sein.

Für jede ihrer 200 Teilstrecken haben die ÖBB eine Erfolgs- und Verlustrechnung aufgestellt. "Damit müssen wir mit den Gebietskörperschaften nicht mehr pauschal über eine Milliarde verhandeln, sondern können für jede Strecke vorlegen, was sie kostet und was sie bringt", so Klugar.

Ausbaubedarf sieht das Unternehmen im Bereich der Donau- der Brenner- und der Pontebana-Achse (Südbahn). Vor allem die Südbahn-Achse werde schon heute von 10 Prozent aller Züge über die Slowakei und Ungarn umfahren. Ob auch der Bau des Koralm-Tunnels Sinn macht, wollte sich Zimmermann, der sich schon einmal explizit gegen das Projekt ausgesprochen hatte, am Dienstag nicht kommentieren. Im Rahmen der Streckenerfolgsrechnung ließen sich darüber "verschiedene Szenarien" darstellen.

In Summe erhält die ÖBB Infrastruktur Betrieb AG derzeit exakt 1,006 Mrd. Euro aus dem Bundesbudget, mit dem im Wesentlichen der Betrieb finanziert werden soll. Die Infrastrukturbenutzungsgebühren (IBE), die Personen- und Güterverkehr für die Benützung der Schiene zahlen, muss die ÖBB Infrastruktur Betrieb AG zur Gänze als Pacht an die ÖBB Infrastruktur Bau AG weitergeben, die die neuen Strecken baut.

Weil die Bau AG aber in den nächsten Jahren weit mehr Geld benötigen wird, als über das IBE hereinkommt, wird die Pacht laut Zimmermann 2010 die IBE-Einnahmen um 90 Mio. Euro übersteigen. Das ist laut dem Vorstand knapp der Hälfte der 200 Mio. Euro Eigenkapital, mit denen die ÖBB Infrastruktur Betrieb AG bei seiner Gründung zu Jahresbeginn ausgestattet worden ist.

Das Unternehmen will deshalb auch selbst weiter sparen. Seit 2002 seien die Kosten bereits um 200 Mio. Euro gesunken. Die Personalkosten würden heuer von 916 auf 865 Mio. Euro sinken. Diesen Kurs wolle man etwa durch die weitere Erneuerung von Stellwerken fortsetzen. Jährlich würden von den derzeit noch 19.300 Mitarbeitern 900 durch "natürlichen Abgang" das Unternehmen verlassen. Ein Teil davon müsse aber auch wieder nachbesetzt werden, erklärte Zimmermann.

7.000 Mitarbeiter hat die ÖBB Infrastruktur Betrieb AG außerdem aus dem Bau-Bereich übernommen, weil sie bisher für Instandhaltungsarbeiten tätig waren. Weil für alle Bahn-Bauarbeiten aber grundsätzlich die Bau AG zuständig ist, diese aber entgegen ursprünglicher Pläne keine Aufträge direkt "in House" an die Betrieb AG vergeben kann, muss die Betriebs AG sich jetzt um ihre eigenen Bauaufträge in einer Ausschreibung der Bau AG bewerben.

Einmal ist das Unternehmen dabei schon privaten Baukonzernen unterlegen. Was mit den 7.000 Mitarbeitern passieren soll, wenn das häufiger passieren sollte, wollte Zimmermann nicht beantworten. Die Mitarbeiter würden sich auf die Wettbewerbssituation einstellen. Er gehe daher davon aus, dass das Unternehmen künftig die Ausschreibungen wieder für sich entscheiden werde, so Zimmermann.

Tiroler Tageszeitung, 19.04.2005
Philipp Lingehel

Beitrag von Philipp Lingehel »

Die wollen wirklich noch mehr Strecken auflassen.
Wahrscheinlich übersieht man bei den ÖBB den Nahverkehr.
Für Regionalbahnen ist kein Geld übrig aber für Koralm- und Semmeringtunnel schon. Da soll sich einer auskennen. :-(
5046-01

Wegen Regionalbahnen

Beitrag von 5046-01 »

Also an den ganzen Desaster an der Verkehrspolitik um die Regionalbahnen seien die Schwarz-Orange Regierung, unfähige ÖBB -Manager und auch die Eisenbahngewerkschaft verantwortlich!

Der Bahnkunde hat hier kaum ein Mitspracherecht!!!

Bekanntlich tut die die Schwarz-Orange Regierung, überall nur sparen auch bei der Bahn

Währendeessen beim Bau der Autobahnen, die Schwarz-Orange Regierung, weniger auf die Kosten schaut

Ich bin nicht gegen den Ausbau der Donau- der Brenner-, der Pontebana-Achse, der Südbahn, sowie Koralm-Tunnels aber klar gegen die Einstellung der Regionalbahnen, wenn der Staat nicht mehr soviele finanzielle Mittel für den Ausbau des Autobahn.- und Strassenetztes (welches ohnedies schon perfekt ausgebaut wurde) ausgeben würde, könnte man sowohl den Erhalt der Regionalbahnen als den Ausbau der
Hauptstrecken der ÖBB finanzieren

Die OBB Infrastruktur Bau AG tragen die Mitschuld, weil diese die Infrastrukturbenutzungsgebühren (IBE), die Personen- und Güterverkehr für die Benützung der Schiene zahlen, anstattt an den Erhalt und Ausbau der jeweiligen Regionalbahnen, für welche das Entgeld eingenommen wurde, muss als Gipfel der Frecheit, die ÖBB Infrastruktur Betrieb AG zur Gänze als Pacht an die ÖBB Infrastruktur Bau AG weitergeben, die die neuen Strecken baut, welche mit den Erhalt der Regionalbahnen nichts zu tun haben!

Die ÖBB-Personenverkehrs AG hat an Erhalt der Regionalbahnen ebenfalls nur wenig Interesse, manche Regionalbahnen werden vorsätzlich mit Lok und Wagen-Züge, anstatt mit Triebwagen im Einmannbetrieb unwirtschaftlich betrieben, auf manchen Strecken ist und war das Fahrplanangebot äusserst dürftug!

Ich finde den Desiro Reihe 5022 für die Pendler zwar aktrattiv aber er hat eine Länge von 46m, hat ein Überangebot von über 100 Sitzplätze, ich finde diese Triebwagen für manche Reionalbahn (wo höchstens 30 Fahrgäste pro Zug reisen) als zu überdimensionell

Auch die Anschaffungskosten eines 5022 mit ca. 2,5 Mio Euro sind gegenüber den Autobus viel zu teuer!!

Dagegen würde z.B. ein modernisieter Studenka- Schienenbus (Bei CD-Reihe 810), sowohl billiger sein als auch oft völlig ausreichen!

Die Eisenbahnergewerkschaft als Vertreter der ArbeitsnehmerInnen stellt, an die ÖBB-Personenverkehrs AG immer wieder Forderungen, welche den Bahnbetrieb oft noch noch teuer macht

Die Eisenbahnergewerkschaft hatte bisher erfolgreich verhindert, dass die kostengünstigeren Studenka- Schienenbusse auf ÖBB -Strecken fahren
dass die Züge auf grenznahen Strecken in Waldviertel mit kostengünstigeren tschechischen Lokführern geführt werden könnten!

Und zu guter Letzt fordete die Eisenbahnergewerkschaft noch (angeblich über 100.000 Euro teuere) Fahrlartenautomaten für die 5047

Der Fahrkartenverkauf beim Lokführer ist kostengünstiger als die Anschaffung von Fahrlartenautomaten!

In der Bussen der Wiener Linien wurden vor einigen Jahren dagegen die Fahrkartenautomaten ausgebaut und nun erfolgt der Fahrkartenverkauf beim Busfahrer!

Diese und weitere Wünsche der Eisenbahnergewerkschaft machen den Bahnbetrieb gegenüber den Bus immer teurer und damit sinken die Chanchen, dass die Bahn im Wettbewerb mit den Bus gewinnen kann!

Daher ist es höchste Zeit für eine Auschreibung der Ragionalbahnen in Österreich, was in anderen EU-Ländern bereits erfolgreich geschah!
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