OÖnachrichten hat geschrieben:ÖBB: Gewerkschaft will Musterprozess
Gehaltsabrechnung: Streit geht weiter
WIEN. Der Streit zwischen dem Management der Österreichischen Bundesbahnen und der Gewerkschaft um Gehaltsauszahlungen geht in die nächste Runde.
Laut Arbeitnehmervertreter hätten sich mehr als 300 ÖBB-Mitarbeiter beschwert, dass ihre Gehaltsabrechnungen falsch seien. "In Wahrheit dürften es noch viel mehr sein", sagt dazu Eisenbahner-Gewerkschaftschef Wilhelm Haberzettl. Die Gewerkschaft kritisiert, dass Überstunden und Zulagen nicht korrekt abgerechnet worden seien. Um diese Vorwürfe beweisen zu können, haben die freiwilligen Interessenvertreter insgesamt 15 Klagen eingebracht, die Klarheit über die Gehaltsabrechnungen bringen sollen.
Vorwürfe, die der Vorstand der ÖBB zurückweist. "Die ÖBB haben sicher kein Geld unterschlagen, was geleistet wird, das wird auch bezahlt", erklärt der Chef der ÖBB-Personalgesellschaft, Franz Nigl. Es hätte zwar in den Monaten Jänner und Februar Fehlberechnungen gegeben, diese seien aber mit der März-Abrechnung korrigiert worden.
Der Vorstand sieht das Problem in der Gestaltung der Gehaltszettel. "Hier sei die Nachverrechnung nicht klar ersichtlich gewesen", erklärt Nigl. Aus diesem Grund würden die ÖBB-Mitarbeiter nun neu gestaltete Gehaltszettel bekommmen. Für alle, die trotzdem die Abrechnung nicht nachvollziehen konnten, wurde eine Informations-Hotline eingerichtet.
Übermittlungsprobleme
Gewerkschafter Haberzettl glaubt nicht, dass die Probleme bei der Abrechnung liegen, sondern schon in der Übermittlung der Stundenleistungen auftauchen würden. Durch das neue Arbeitszeitgsetz gebe es in den ÖBB unterschiedliche
Tag-, Nacht- und Wochenendzulagen, die aber von vielen Dienststellen falsch erfasst worden seien.Mittels der eingereichten Klagen sollen nun die Ungereimtheiten beseitigt werden.
OÖnachrichten vom 06.05.2005