SBB: Zur EM 2008 gemeinsame Züge mit den ÖBB (12.06.05)

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NorbertK

SBB: Zur EM 2008 gemeinsame Züge mit den ÖBB (12.06.05)

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Der Tagesanzeiger (Schweiz) hat geschrieben:Tagesanzeiger, Sonntag, 12. Juni 2005, 12:33
SBB-Chef Weibel: Gemeinsame Züge mit Österreich für EM 2008

BERN - SBB-Chef Benedikt Weibel hat für die Fussball-EM 2008 gemeinsame Züge der SBB mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) angekündigt. Auch eine Beteiligung der Österreicher an der SBB Cargo schliesst er nicht aus.

Jedoch hegt Weibel Zweifel an der Strategie der ÖBB. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur APA äusserte Weibel an der Teilung und Finanzierung der ÖBB ebenso Bedenken wie an ihrer derzeitigen Effizienz, an ihren Güterverkehrsaktivitäten abseits der Schiene und an den geplanten ÖBB-Prämiumzügen im Personenverkehr.

Über die österreichische Verkehrspolitik sagte er: "Ich hätte der Gewerkschaft gesagt, wir verzichten auf die Teilung der Bahn, dafür trägt die Gewerkschaft schlanke Strukturen mit und spart mit uns ein Drittel der Kosten ein."

Positiv bewertete er dagegen die laufende Reform bei den Nebenbahnen und die Expansion Richtung Osten. Laut Weibel täten der ÖBB auch Einsparungen gut - auch wenn die Situation auf Grund der Pragmatisierungen nicht mit der Schweiz vergleichbar sei.

Tagesanzeiger, Sonntag, 12. Juni 2005, 12:33
NorbertK

Beitrag von NorbertK »

Salzburger Nachrichten hat geschrieben:Salzburger Nachrichten, 12. Juni 2005, 10:27
Schweizer Bahn-Chef stellt ÖBB-Strategie in Frage

Der langjährige Chef der Schweizerischen Bundesbahn (SBB), Benedikt Weibel, hegt Zweifel an der Strategie der ÖBB. In einem Interview mit der APA äußerte Weibel an der Teilung und Finanzierung der ÖBB ebenso Bedenken wie an ihrer derzeitigen Effizienz, an ihren Güterverkehrsaktivitäten abseits der Schiene und an den geplanten ÖBB-Prämiumzügen im Personenverkehr.

Positiv bewertete er dagegen die laufende Reform bei den Nebenbahnen und die Expansion Richtung Osten. Für die Fußball-EM 2008 kündigte Weibel gemeinsame SBB-ÖBB-Züge an. Eine Beteiligung der Österreicher an der SBB Cargo schließt er nicht aus. Von der zu Jahresbeginn erfolgten Teilung der ÖBB in zehn Gesellschaften, gegen die die Gewerkschaft heftig protestiert hatte, hält auch der SBB-Chef wenig. Eine klare Führung sei dabei durch Verträge zwischen Gesellschaften ersetzt worden.

Für das geplante Milliardenprojekt Brenner-Basistunnel sei die Finanzierung für ihn unklar. Eine Realisierung des neuen Eisenbahntunnels durch den Brenner bis 2015, wie von Vizekanzler Gorbach angekündigt, hält Weibel deshalb für "völlig realitätsfern", auch wenn er den Tunnel an sich für sinnvoll hält - nicht nur im Güter-, sondern auch im Personenverkehr.

Seit Weibels Amtsantritt vor knapp 13 Jahren hat die SBB ihren Personalstand von 39.000 auf 25.000 Mitarbeiter gesenkt. Der SBB-Chef: "1993 hatten wird das Messer am Hals. Die Bundeszuwendungen stiegen jährlich um 13,5 Prozent." Weil die Schweizer Eisenbahner nicht pragmatisiert sind, wurden die Verträge, die formal alle vier Jahre erneuert werden müssen, zum Teil nicht mehr verlängert.

Auch der ÖBB täten Einsparungen gut - auch wenn die Situation auf Grund der Pragmatisierungen nicht vergleichbar sei. In Richtung der österreichischen Verkehrspolitik meinte er: "Ich hätte der Gewerkschaft gesagt, wir verzichten auf die Teilung der Bahn, dafür trägt die Gewerkschaft schlanke Strukturen mit und spart mit uns ein Drittel der Kosten ein."

Die SBB haben im Dezember 2004 - nach zehnjähriger Vorbereitung - die größte Fahrplanumstellung ihrer Geschichte erlebt. Das Angebot wurde um 12 Prozent erweitert, 90 Prozent aller Züge bekamen binnen eines Tages neue Abfahrtszeiten. Die ohnehin schon hohen Fahrgastzahlen der SBB sind im ersten Halbjahr nach der Umstellung noch einmal um 7,5 Prozent gestiegen.

© SN/APA.

Salzburger Nachrichten, 12. Juni 2005, 10:27
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