Die Kleine Zeitung hat geschrieben:Kleine Zeitung, 18.06.2005 13:52
Einigung über Bahntunnelprojekt am Wörthersee
Eine Arbeitsplattform soll die Umsetzung in Angriff nehmen.
Das Projekt einer Untertunnelung der Bahntrasse entlang des Wörther Sees nimmt immer konkretere Formen an. Bei einem Gespräch zwischen Bund, Land, ÖBB und Hypo-Bank wurde eine grundsätzliche Einigung erzielt.
Arbeitsplattform. Verkehrsminister Vizekanzler Hubert Gorbach (BZÖ), Landeshauptmann und BZÖ-Obmann Jörg Haider, ÖBB-Chef Martin Huber und Hypo-Vorstandschef Wolfgang Kulterer vereinbarten laut einem Bericht des ORF Kärnten, dass eine Arbeitsplattform gegründet werden soll, die sich um die Umsetzung des Projekts kümmert. Haiders Sprecher Stefan Petzner erklärte am Samstag gegenüber der APA, das Gespräch, an dem auch Vertreter des Finanzministeriums teilgenommen hätten, habe Anfang der Woche stattgefunden.
Wie sähe Kärnten ohne Bahn aus? Für Kulterer gibt es "nur jetzt die Chance", dieses Großprojekt umzusetzen, der Zentralerholungsraum in Kärnten sei durch die Bahn extrem belastet. "Man muss sich einmal durch den Kopf gehen lassen, wie der Wörthersee ohne Bahn aussehen würde", so der Bankchef. Die Hypo Alpe-Adria-Bank will die Bahntrasse um etwa 150 Mio. Euro von den ÖBB kaufen. Bis zur Fertigstellung des Tunnelbaus würde die Trasse an die Bahn zurückvermietet.
Bis zu drei Jahre Bauzeit. Der rund 16 Kilometer lange Tunnel von Klagenfurt bis Velden würde geschätzte 700 Mio. Euro kosten. Gibt es eine rasche Einigung, könnte in etwa drei Jahren mit dem Bau begonnen werden. So lange dauert es, bis die Vorbereitungsarbeiten erledigt und alle Genehmigungen eingeholt sind. Die tatsächliche Bauzeit wird mit zwei bis drei Jahren angegeben.
Konsortium. Für das PPP-Modell soll eine neue Gesellschaft gegründet werden, an der sowohl die ÖBB als auch die Hypo beteiligt wären. Der Kärntner Bankkonzern will dieses Modell aber nicht alleine durchziehen. Laut Kulterer führe man ein Konsortium, bei dem auch Großbanken mit dabei seien.
Weiterverwertung für Bank. Die Grundstücksflächen, auf denen die derzeitige Bahntrasse geführt wird, machen mehr als 50 Hektar aus. Gelänge die Verlegung der Bahn unter die Erde, würde das einen "gigantischen Qualitätssprung für die ganze Region" bedeuten, gerät der Banker regelrecht ins Schwärmen. Der Raum um den Wörther See würde einen ganz neuen Stellenwert erhalten. Nach der Inbetriebnahme des neuen Tunnels würde die alte Trasse abgetragen, die Grundstücke könnten verwertet werden. Darin liegt wohl auch der kommerzielle Reiz für die Bank.
Kleine Zeitung, 18.06.2005 13:52