Eine Vision: Schnellbahn in das Vordernbergertal (25.06.05)

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NorbertK

Eine Vision: Schnellbahn in das Vordernbergertal (25.06.05)

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Die Kleine Zeitung hat geschrieben:Kleine Zeitung, 25.06.2005 05:00
Eine Vision: Schnellbahn in das Vordernbergertal
Diese Vision schwebt dem Trofaiacher Karl Rinnhofer und den Grünen des Bezirks Leoben auf der noch intakten Bahnlinie vor.

"Wir Grünen und der Trofaiacher Karl Rinnhofer haben das gleiche Ziel. Wir wünschen uns eine Schnellbahn für die Region. Zur Verbesserung der Lebensqualität und der Umwelt", erklärt Helga Hinger, Leobens Grün-Gemeinderätin und Bezirkssprecherin.

Rinnhofer, der als pragmatisch denkender Bürger über alle Parteigrenzen hinweg für die Realisierung dieser Vision eintreten möchte, betont, dass es dabei nicht um die Reaktivierung der Vordernbergerbahn gehe. "Das wäre falsch, denn die Vordernbergerbahn musste scheitern, weil die Bahnstationen meist aus historischen Gründen nicht im Zentrum der jeweiligen Orte angesiedelt waren. Daher wurde die Bahn auch nicht angenommen und war unwirtschaftlich", so Rinnhofer. Unwirtschaftlichkeit sei aber der falsche Ansatz, man müsse Akzeptanz finden.

Dem Trofaiacher schwebt vor, in einer ersten Ausbaustufe auf der voll elektrifizierten Trasse von Leoben nach Trofaiach, die für den Personenverkehr nicht mehr genützt wird, eine Schnellbahnverbindung einzurichten. Mit einer Anbindung nach Bruck, Kapfenberg und Graz. "Wir haben hier viele Pendler und brauchen auch schnelle Zubringer zur Bahn. Man könnte die Schnellbahn fahrzeitmäßig so optimieren, dass es mit den Anschlüssen für die Intercity-Züge und für andere Feinverteilungen passt", meint Rinnhofer.

Der Trofaiacher, der auch als Autor für den Verein Fahrgast fungiert, hat bereits eine detaillierte Broschüre zum Thema Schnellbahn ausgearbeitet. Ausgangslage sei für ihn die überlastete Straße gewesen, wo kein Steigerungspotenzial mehr möglich sei. Gleichzeitig gebe es aber noch die funktionierende Bahntrasse, die mit modernen Elektrotriebwagen befahrbar wäre.

Haltestellen

Als konkrete Maßnahmen müssten nach Rinnhofers Vorstellung allerdings neue Bahnstationen errichtet werden. Er stellt sich folgende vor: Gladen, Trofaiach-Kehrgasse, wo sich auch ein Umsteigeplatz für den Citybus anbieten würde. Nächste Haltestelle wäre dann St. Peter-Ort, Feinwalzwerk bei der Umkehr Kerpelystraße, Bahnhof Donawitz, HBLA, LKH und Bahnhof Leoben.

"Eine Fahrzeit zwischen zehn und zwölf Minuten von Gladen nach Leoben wäre so durchaus realistisch. Das kann man mit dem Auto zu Stoßzeiten nicht schaffen", so Rinnhofer.

Er habe bezüglich seiner Vision auch schon Gespräche mit den ÖBB geführt, aber bevor dieses Projekt in Angriff genommen werden könnte, müsste dafür vorrangig eine Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung geschaffen werden. Man müsse sich auch nicht auf einen Betreiber festlegen, meint Rinnhofer. Weitere Gespräche mit dem Land und den Verantwortlichen des Verkehrsverbundes sollen noch folgen. Und es müssten natürlich auch die betroffenen Gemeinden miteingebunden werden. In diese Richtung habe es bereits teilweise Gespräche gegeben.

Kosten

Eine konkrete Kostenschätzung für dieses Projekt liege allerdings noch nicht vor. "Dazu sind absolute Fachleute notwendig", ist Rinnhofer überzeugt.

Helga Hinger möchte sich nun zu allererst in Bezug auf die Bewusstseinsbildung einbringen und möchte auch alle Fraktionen des Leobener Gemeinderates in diese Überlegungen einbinden. Denn ein solches Projekt könne ihrer Meinung nur mit allen Parteien gemeinsam in Angriff genommen werden.

Andrea Seebacher, Kleine Zeitung
Kleine Zeitung, 25.06.2005 05:00
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