Die Hochwasser-Schäden an der Bahn sind groß: 10,1 Kilometer Gleis müssen neu verlegt und 13 Brücken saniert werden. Kosten: Rund 10 Millionen Euro.
MARTIN ARBEITERZELL AM SEE (SN). Die Pinzgaubahn zwischen Zell am See und Krimml hat zwei schwere Unglücke zu verdauen: Am 2. Juli kamen bei einer Zugkollision in Bramberg zwei Menschen ums Leben, 34 erlitten Verletzungen. Wenige Tage später vernichtete das Hochwasser weite Strecken der Bahn. Derzeit verkehren die Triebwagen nur noch zwischen Zell und Piesendorf.
Jetzt wird in der Region diskutiert, ob die Bahn in voller Länge wieder aufgebaut wird. Heute, am Montag, wollen die ÖBB eine erste grobe Schadensmeldung vorlegen. Anlassfall: Um 15 Uhr lädt Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) zu einem "Hochwassergipfel" nach Mittersill."Es hat sehr starke Zerstörungen gegeben", sagt ÖBB-Pressesprecher Johannes Gfrerer. Von Piesendorf bis Mittersill müssen 3,7 Kilometer Gleis neu verlegt, 1,6 Kilometer saniert und zwei Brücke in Stand gesetzt werden. Zudem ist es notwendig, einen Damm von 150 Meter Länge wieder herzustellen. Noch schlimmer hat es die Strecke von Mittersill nach Krimml getroffen: Hier muss der Gleiskörper auf 6,4 Kilometer Länge neu gebaut und auf 6,5 Kilometer saniert werden. Zwei Kilometer Damm müssen neu geschüttet und elf Brücken wieder in Stand gesetzt werden.
Schadenshöhe nach ersten Schätzungen: 10 Mill. Euro. In den nächsten Tagen beginnen die ÖBB mit der Detailplanung für die Sanierung. Sobald die Pläne auf dem Tisch liegen und es grünes Licht für die Finanzierung gibt, wird es noch einige Zeit dauern, bis die Bahn wieder bis Krimml fahren werden kann. Die ÖBB veranschlagen die Bauzeit auf der Strecke bis Mittersill mit zwei Monaten, für den Abschnitt von Mittersill nach Krimml mit vier bis fünf Monaten. ÖBB-intern wird darüber diskutiert, ob die Arbeiten in diesem Abschnitt noch heuer durchgeführt werden können.
"Wir wollen den Vertrag mit dem Land so schnell wie möglich wieder erfüllen", sagt Erich Fercher, neuer Chef des ÖBB-Personenverkehrs in Salzburg.
"Es gibt keinen Grund, einen Abgesang auf die Pinzgaubahn einzuleiten", sagt Peter Haibach von den Verkehrsinitiativen. Der Bahndamm sei auch Hochwasserschutz und habe noch ärgeren Schaden verhindert. Zudem sei die Sanierung der Pinzgaubahn auf gesamter Strecke durch einen Vertrag zwischen Land, Bund und ÖBB abgesichert.
Haibach: Die Pinzgaubahn könne Mittel aus dem Katastrophenfonds beantragen, wie es nach dem Hochwasser 2000 bei der Donauuferbahn passiert sei. Beruhigend seien die Aussagen von ÖBB-General Martin Huber gewesen. Huber habe bekräftigt, die Bahn wieder aufzubauen - wohl wissend, dass die Schäden groß seien. In diese Richtung gehen auch die Aussagen von LHStv. Wilfried Haslauer (ÖVP).
Staatssekretär Eduard Mainoni (BZÖ) kommt am Donnerstag zu einem Lokalaugenschein in den Oberpinzgau. Seine Vorgabe: "Wir wollen ein Gesamtkonzept für die Pinzgaubahn."
http://www.salzburg.com/sn/05/07/18/art ... 11633.html