Kein Dienst am ÖBB-Schalter

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Heinrich Schachinger

Kein Dienst am ÖBB-Schalter

Beitrag von Heinrich Schachinger »

Kein Dienst am ÖBB-Schalter

Am Sonntag, 8. Jänner, fuhr ich um 15.30 Uhr zum Bahnhof Wien-Liesing, um während der (ohnehin schon sehr eingeschränkten) Kassenöffnungszeiten eine internationale Fahrkarte für eine Fahrt am selben Abend von Wien-Atzgersdorf in die Slowakei zu besorgen. Am Kassenschalter klebte ein Zettel mit dem ungeheuerlichen Inhalt: "Aus Krankheitsgründen bleibt dieser Schalter heute geschlossen." Durch die notwendig gewordene Fahrt zum nächsten besetzten Fahrkartenschalter nach Wien-Meidling sind dann Mehrkosten von 3 € entstanden.
Nun gibt es nur zwei logische Erklärungen - für den geschlossenen Schalter: Entweder ist die ständige Behauptung des ÖBB-Managements, es gäbe 10.000 Eisenbahner zu viel, einfach eine Lüge. Oder das zuständige Management ist unfähig, von den angeblich 10.000 unterbeschäftigten Eisenbahnern einen zu mobilisieren, der sich auf den Weg nach Wien-Liesing macht, um dort den Dienst für den ausgefallenen Beamten zu übernehmen!

Antwort: Wir bedauern, dass der Ticketkauf nicht so reibungslos verlief wie gewünscht. Dafür möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen.

Der Schalter am Bahnhof Wien-Liesing ist täglich von 6.15 Uhr bis 12 Uhr und von 12.30 Uhr bis 16 Uhr besetzt. Für diese Planzeiten gibt es eine klare Diensteinteilung mit entsprechenden Reserven seitens der Bundesbahnen. Aufgrund einer plötzlichen Erkrankung eines nahen Familienangehörigen musste der Mitarbeiter, der am Sonntag, 8. Jänner, Dienst hatte, dringend in ein Krankenhaus fahren. Durch die Schwere der Erkrankung war in diesem Fall seine Anwesenheit im Krankenhaus unbedingt erforderlich und aus menschlicher Sicht jedenfalls zu gewähren.

Fällt ein Mitarbeiter plötzlich aus, versucht die ÖBB-Personenverkehr AG umgehend Ersatz zu schicken. In diesem Fall ist das bedauerlicherweise nicht in der erforderlichen Zeit gelungen, da alle verfügbaren Kräfte im Einsatz waren. Aufgrund der großen Spezialisierung im Kassendienst - etwa im Umgang mit Buchungsprogrammen oder in den Details verschiedener Angebote - ist jedoch der Kreis der potenziellen Mitarbeiter, die dafür eingesetzt werden können, leider begrenzt.

Wir bedauern, dass Herr Bauer einen Umweg nehmen musste, um zu seinem Ticket in die Slowakei zu kommen und werden ihm die drei Euro der zusätzlichen Wegkosten natürlich ersetzen.


Quelle: Die Presse (23.01.06)
Pollux

Beitrag von Pollux »

Nunja, nach einstellung der letzten nebenbahnen, wo natuerlich auch private kein interesse haben ihre Euros zu verlieren, sind die 10.000 eisenbahner garantiert zuviel!

Um den abgang dieser 10.000 damen/herren vorher zu berechnen, werden aber in der managmentabteilung sicher 50 posten neu geschaffen. Mit sondervertrag, befristet bis zur pension, natuerlich.

LG Hans
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