Mainoni stellt Schienenring Salzburg vor
07.02.2006
SALZBURG (SN, APA). Ein Schienenring rund um die Stadt Salzburg wird von Infrastrukturstaatssekretär Eduard Mainoni angedacht. Dieser würde sowohl für den Personen- als auch den Güterverkehr Vorteile bringen, denn jährlich durchqueren etwa 7.000 Güterzüge die Stadt. In einem Pressegespräch am Dienstag stellte Mainoni das Projekt zur Realisierung der Westspange Salzburg vor. Eine Machbarkeitsstudie sei bereits in Auftrag gegeben.
"Die Bahn ist das öffentliche Verkehrsmittel der Zukunft", sagte Mainoni. Die so genannte Westspange würde von Kleßheim über Siezenheim, den Salzburg Airport, Grödig und Anif nach Puch verlaufen und sei eine Alternative zum derzeit stark belasteten Salzburger Knoten. Umliegende Gemeinden und vor allem auch der Salzburger Flughafen könnten an das Schienennetz angebunden werden. Der öffentliche Verkehr würde somit stark forciert. Des weiteren wäre eine langfristige Trassensicherung für die Westverbindung Salzburg-Wörgl-Innsbruck gegeben. Auch die Verbindung von Wien über Salzburg nach Zell am See bzw. die Tauernstrecke soll verbessert werden, indem die beiden Schienenstränge verbunden werden. Dadurch müsste nicht für jeden Zug im Salzburger Hauptbahnhof die Lok an das andere Zugende gehängt werden.
"Die Umsetzung eines derartigen Projektes ist aber nicht vor 2020 möglich", sagte der Infrastrukturstaatssekretär. Die Machbarkeitsstudie sei aber bereits in Auftrag gegeben, die Ergebnisse würden für Mai erwartet. Dabei wird das Projekt hinsichtlich geologischer, technischer und rechtlicher Faktoren untersucht. Voraussetzung für eine Realisierung wäre aber neben der Frage der Finanzierung vor allem auch die Zustimmung des Landes und der Gemeinden. Mainoni möchte das Projekt gründlich vorbereiten, um die notwendige Akzeptanz bei der Bevölkerung zu schaffen. Kostenangaben konnte er noch überhaupt keine machen. "Es ist wichtig, erst das Thema zu erläutern, erst dann wird versucht, das Projekt hinsichtlich seiner Finanzierung in den Rahmenplan miteinzubeziehen", meinte Mainoni.
© SN
Dieses Projekt ist mir völlig neu, was aber schon länger existiert ist der Plan einer Messestadtbahn und des Plainbergtunnels, umso mehr wundert es mich dass diese Überlegungen nicht gleich in Herrn Mainonis Vorschlag eingeflossen sind, damit würde der Sinn/die Wirksamkeit des Projektes enorm gesteigert.
Im Detail: Der Plainbergtunnel ist eine alte Idee einer Verbindung von der Westbahn zwischen "Hallwang Elixhausen" und "Salzburg Kasern" abzweigend und das Gewerbegebiet Lengfelden sowie das Handelszentrum an das Bahnnetz anzuschließen, die Strecke sollte dann im Plainberg verschwinden um das Ortszentrum Bergheim zu schonen und schließlich in die Strecke der "Salzburger Lokalbahn" im Bereich "Hagenau" einmünden.
Weiters ist seit längerm ein Seitenast der Lokalbahn geplant, nämlich im Bereich "Salzburg Plainbrücke" abzweigend über eine Salzachbrücke nächst der Autobahnbrücke zum Messegelände, von dort weiter entlang der A1 über "Salzburg Mitte", Europark zum Flughafen. Ab der Kreuzung mit der Westbahnstrecke im Bereich Liefering würde sich dieses Projekt sogar mit Mainonis Vorschlag decken. Kombiniert man alle drei Projekte ergäben sich wirklich ein Schienenring von "Salzburg Kasern" über "Hagenau" - "Messegelände" - "Liefering" - "Flughafen" - "Wals" - "Anif" - "Puch". Um diese Projekte sinnvoll zu verknüpfen wären allerdings ein aufwändiges Kreuzungsbauwerk im Bereich Liefering notwendig, praktisch ein Bahnkleeblatt indem alle Richtungen möglich sind.
Mit diesem Projekt könnten allerdings ALLE Güterzüge jeglicher Relation um die Stadt Salzburg herumgeführt werden. Für den Personennahverkehr ergäben sich ohnehin ganz neue Möglichkeiten wie zum Beispiel eine im 15min Takt verkehrende S-Bahn von Kasern (Umsteigemöglichkeit S2) über Hagenau (Umsteigemöglichkeit S1), Liefering (Umsteigemöglichkeit S2, S3). Flughafen bis Puch (Umsteigemöglichkeit S3). Dazu wären mit Lengfelden, Messegelände, Liefering (Stadion u. Eishalle), Flughafen, Wals, Grödig und Anif, etc. Gebiete mit hohem Fahrgastpotential und Güterverkehrsaufkommen an ein leistungsfähiges Verkehrsnetz angeschlossen.
So unrealistisch dieser Gedanke auch sein mag, so wichtig wäre es die nötige Trasse dafür in der Raumordnung frei zu halten. Diese Projekte tauchen immer wieder auf und wenn ein Projektbaustein auf einen eventuell nachfolgenden nächsten Rücksicht nimmt dann könnte dieses Netz schrittweise entstehen. Wenn erstmal die Messestadtbahn (das wahrscheinlichste dieser Teilprojekte) verwirklicht wäre dann käme der Rest (betrachtet man den Stadtplan von Salzburg) eigentlich logischen Lückenschlüssen gleich.