Umbau Bahnhof Oedenburg
Umbau Bahnhof Oedenburg
Meiner Meinung nach muß im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Beitritt Ungarns zum Schengen Raum der Bahnhof Oedenburg ROeEE umgebaut werden.
Der Hausbahnsteig (Gleis 1) und der 1. Bahnsteig (Gleis 3 und 4) sind aus der Haupthalle direkt bzw. durch die Passage erreichbar.
Der zweite Bahnsteig (Gleis 5 und 7), der dem Verkehr von und nach Österreich dient, ist jedoch von der Haupthalle aus nicht direkt erreichbar, sondern nur über einen Tunnel, der am nordwestlichen Bahnhofskopf den Bahnsteig 2 und den Hausbahnsteig verbindet, wo er direkt vor dem "internationalen Warteraum" endet. (Für alle, die die Situation am Bhf. Oedenburg ROeEE nicht kennen; hier gibt es die Haupthalle für den Verkehr nach Ungarn und einen Anbau mit der Grenzabfertigung, dem internationalen Fahrkartenschalter, der mittlerweile geschlossenen Wechselstube und dem internationalen Warteraum, der es innerösterreichischen Transitpassagieren ermöglichte, in Ungarn die Wartezeit zwischen zwei Zügen zu verbringen, ohne die Grenzkontrolle passieren zu müssen.)
Dieser ganze Kompex, der der Entflechtung innerungarischer und internationaler Reisender diente, wird mit dem Beitritt Ungarns zum Schengener Abkommen entbehrlich werden.
Daher jetzt meine Frage an die Ungarn Experten, von denen es in diesem Forum einige gibt:
Ist gedacht, geplant, in Bau, die Passage aus der Haupthalle zum Bahnsteig 2 zu verlängern und im Gegenzug den "internationalen Komplex" im rechten Seitenflügel des Bahnhofes aufzulassen bzw. einer anderen Verwendung zuzuführen?
Der Hausbahnsteig (Gleis 1) und der 1. Bahnsteig (Gleis 3 und 4) sind aus der Haupthalle direkt bzw. durch die Passage erreichbar.
Der zweite Bahnsteig (Gleis 5 und 7), der dem Verkehr von und nach Österreich dient, ist jedoch von der Haupthalle aus nicht direkt erreichbar, sondern nur über einen Tunnel, der am nordwestlichen Bahnhofskopf den Bahnsteig 2 und den Hausbahnsteig verbindet, wo er direkt vor dem "internationalen Warteraum" endet. (Für alle, die die Situation am Bhf. Oedenburg ROeEE nicht kennen; hier gibt es die Haupthalle für den Verkehr nach Ungarn und einen Anbau mit der Grenzabfertigung, dem internationalen Fahrkartenschalter, der mittlerweile geschlossenen Wechselstube und dem internationalen Warteraum, der es innerösterreichischen Transitpassagieren ermöglichte, in Ungarn die Wartezeit zwischen zwei Zügen zu verbringen, ohne die Grenzkontrolle passieren zu müssen.)
Dieser ganze Kompex, der der Entflechtung innerungarischer und internationaler Reisender diente, wird mit dem Beitritt Ungarns zum Schengener Abkommen entbehrlich werden.
Daher jetzt meine Frage an die Ungarn Experten, von denen es in diesem Forum einige gibt:
Ist gedacht, geplant, in Bau, die Passage aus der Haupthalle zum Bahnsteig 2 zu verlängern und im Gegenzug den "internationalen Komplex" im rechten Seitenflügel des Bahnhofes aufzulassen bzw. einer anderen Verwendung zuzuführen?
Als Österreicher verwende ich deutschsprachige Ausdrücke für Bezeichnungen, soferne diese zur Verfügung stehen.MichaelK hat geschrieben:SOPRON!!!!!
Es gehört auch zum vereinten Europa, die Geschichte zu akzeptieren.
Nur eine Frage: Sprichst Du in der Regel von Roma oder von Rom, von Bozen oder von Bolzano, von Venedig oder von Venezia, von Prag oder von Praha sowie von Brüssel oder von Bruxelles?
Eben, und daher lasse auch mich Oedenburg sagen!
Für die etwas weniger Ortskundigen unter Euch sei im Folgenden die Situation im Bahnhof Oedenburg etwas näher beschrieben:
Oedenburg war ursprünglich von drei Bahnlinien erschlossen:
Die älteste war die Südbahn mit ihrer Strecke Wr. Neustadt – Mattersdorf – Oedenburg-Süd – Bük – Steinamanger – Groß Kanisa (an der Strecke Budapest-Süd – Stuhlweißenburg – Pragerhof).
Die nächste war die Strecke der ROeEE Ebenfurth – Wulkaprodersdorf – Oedenburg-ROeEE – Csorna – Raab.
Und zuletzt kam die ungarische Westbahn hinzu, die von der MKAV betrieben wurde: Pressburg – Parndorf – Eisenstadt – Wulkaprodersdorf – Oedenburg-ROeEE – Deutschkreutz – Oberpullendorf – Güns – Steinamanger. Zwischen Wulkaprodersdorf und Oedenburg-ROeEE verkehrte sie als Peage Linie auf der Strecke der ROeEE, hinter diesem Bahnhof gab es eine Gleisverbindung zur Strecke der Südbahn, die seinerzeit den Bahnhof der ROeEE mit einer Schleife umfuhr und nicht berührte und benutzte dann im Peage-Verkehr die Strecke der Südbahn bis Harkau, wo sich die beiden Strecken teilen. Dieser Bahnhof ist überhaupt sehr interessant; als Folge der Frieden von St. Germain bzw. Trianon steht dieser in Ungarn gelegene Bahnhof im Eigentum der ÖBB, die Betriebsführung obliegt aber der MAV, die sie an die ROeEE weiter übertragen hat; die Oberleitung steht direkt im Eigentum der ROeEE.
Die Südbahn berührte wie gesagt den Bahnhof der ROeEE nicht sondern hatte ihren eigenen Bahnhof an der Strecke nach Wr. Neustadt. Es gab aber an beiden Seiten des Bahnhofes der ROeEE Gleisverbindungen zwischen Süd- und Raaberbahn. Die beiden Bahnhöfe waren übrigens mit einer Straßenbahn verbunden, die in einer Schleife über die Grabenrunde in etwa ein U beschrieb.
An dieser Betriebsführung änderte sich im Wesentlichen bis zum 2. Weltkrieg nichts. Als Folge der Pariser Vororteverträge war es den ÖBB gestattet, Korridorzüge zu führen, diese berührten den ROeEE Bahnhof ebenso wenig wie das Schnellzugpaar Wien – Wr. Neustadt – Oedenburg-Süd – Harkau – Steinamanger – Groß Kanisa, wo es sich in zwei Flügelzüge nach Budapest und Pragerhof teilte.
Auch die Züge der MAV, die die Südbahn übernommen hatte, verkehrten von Oedenburg Süd über die Umfahrung direkt nach Harkau, ohne Oedenburg ROeEE zu berühren.
Waren Züge aus Wulkaprodersdorf und Wr. Neustadt nach Oberpullendorf zu vereinigen bzw. zu trennen, erfolgte dies ebenfalls in Harkau; dort erfolgte auch die Übergabe MAV, ROeEE, ÖBB.
Auf der Südbahnstrecke nach Mattersdorf wurde weiters von der MAV ein Lokalverkehr nach Agendorf, der letzten Station vor der österreichischen Grenze, eingeführt; von dort zweigte eine Stichbahn nach Brennberg zu den Kohlengruben ab; ob es dorthin auch einen Personenverkehr gab, entzieht sich meiner Kenntnis.
Im 2. Weltkrieg wurden die Bahnanlagen bei mehreren alliierten Bombenangriffen weitgehend zerstört; u.A. fiel auch die Umfahrungsschleife den Angriffen zum Opfer und wurde nicht wieder aufgebaut. Züge zwischen Oedenburg Süd – und Harkau verkehren seit damals über Oedenburg ROeEE.
Der grenzüberschreitende Verkehr war bis in die erste Hälfte der 80 Jahre des letzten Jahrhunderts relativ konstant auf niedrigem Niveau. Infolge der Einstellung der Straßenbahn von Oedenburg wurde der verkehrsgünstiger gelegene ROeEE Bahnhof zum End- bzw. Umsteigebahnhof der Züge aus Österreich erkoren, Südbahnhof und Harkau versanken in der Bedeutungslosigkeit. Es gab jeweils zwei bis drei grenzüberschreitende Zugpaare von und nach Wulkaprodersdorf, Mattersdorf und etwa vier von und nach Deutschkreutz. Zumindest eines davon verkehrte als reiner Korridorzug ohne Verkehrshalt in Ungarn. Lange Jahre hindurch gab es zumindest ein Zugpaar Wien - Oberpullendorf bzw. Rattersdorf Liebig, das in Ebenfurth geteilt wurde, ein Zugteil verkehrte über Wulkaprodersdorf nach Oedenburg, der andere über Wr. Neustadt und wurde der Zug in Oedenburg zur Weiterfahrt ins Mittelburgenland wieder vereint.
Oedenburg-Süd hatte einen Großteil seiner Bedeutung verloren und diente nur mehr als Endbahnhof der Züge von/nach Steinamanger, die mittlerweile auch über den ROeEE Bahnhof fuhren, wenngleich nicht alle dort hielten.
Für den Güterverkehr wurde übrigens von der ROeEE ein Güterbahnhof an der Strecke nach Harkau erbaut, der über ein Gleisdreieck mit der ROeEE Hauptstrecke nach Raab verbunden ist.
In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der ROeEE Bahnhof in Oedenburg neu erbaut und gefällt mir dieser Bau architektonisch viel besser als so manche in Österreich errichtete Betonburg aus dieser Zeit..
Er erhielt eine Halle mit Fahrkartenschaltern, Gepäckaufbewahrung, Buffet, Restaurant im Stock, Geschäften etc.. Von dieser Halle besteht die Möglichkeit, direkt den Hausbahnsteig mit Gleis 1zu betreten.
Das nächste Gleis 2 ist ein reines (Güterzug)Durchfahrtgleis ohne Bahnsteigkante.
Die Gleise 3 und 4 befinden sich am Mittelbahnsteig; dieser ist mit einer Passage mit der Halle verbunden.
Im linken (Richtung Raab, Harkau) Nebentrakt des Bahnhofgebäudes befinden sich diverse Büros und Dienststellen der ROeEE sowie das Zentralstellwerk, im rechten (Richtung Mattersburg, Wulkaprodersdorf) der „internationale Bahnhof“ mit den Grenzkontrolldienststellen. Ankommende und abfahrende Reisende wurden dort entflochten, für ankommende Reisende hatten die österreichische und anschließend die ungarische Zoll- und Passkontrolle zu passieren, bevor sie an der Wechselstube vorbei auf die Strasse schreiten konnten. Abfahrende Passagiere hatten sich eine halbe Stunde vor Abfahrt zur Grenzkontrolle einzufinden, es gab straßenseitig einen kleinen Auffangraum mit dem internationalen Fahrkartenschalter der ROeEE, die ungarischen und österreichischen Kontrollen und anschließend war die Abfahrt des Zuges im internationalen Warteraum abzuwarten, der nach wie vor Sitzgelegenheiten auf Ledersofas (!!!) bietet.
Wenn ein Zug von/nach Österreich kam, marschierte eine Hundertschaft von Soldaten am Hausbahnsteig auf, die einen Kordon bildeten, zwischen dem man die wenigen Meter vom Zug zur Halle et vice versa passieren konnte. (Die Züge verkehrten übrigens unter strengster Bewachung; unmittelbar an der Grenze waren in Ungarn Bahnsteige angeschüttet, wo Grenzsoldaten den Zug stürmten und bis zum Verlassen Ungarns jede Plattform besetzt hielten.)
In den 50er Jahren wurde der Bergbau in Brennberg eingestellt und in weiterer Folge auch der Bahnverkehr dorthin eingestellt; irgendwann nach 1985 wurde auch der Lokalverkehr nach Agendorf eingestellt.
Als nach 1985 der grenzüberschreitende Verkehr intensiviert werden sollte, erwies sich die Anlage als denkbar ungeeignet. Alle grenzüberschreitenden Züge mussten nämlich am Weg von/zum Hausbahnsteig den gesamten Bahnhof traversieren und blockierten damit sämtliche andere Bewegungen darin. Daher wurde ein neuer Bahnsteig 2 mit den Gleisen 5 und 7 sowie dem Stutzgleis 6 errichtet. Gleis 5 dient für die Züge von/nach der ROeEE Strecke nach Wulkaprodersdorf, Gleis 7 für die Züge von/nach Mattersburg. (Das Stutzgleis 6 dient zum Hinterstellen von Wagen, kundendienstlich wird es so gut wie nie genutzt.)
Dieser Bahnsteig wurde mit dem Hausbahnsteig durch eine zweite Passage verbunden, die am äußersten Ende der Bahnsteige verläuft. Am Hausbahnsteig wurde mit einem Glasverbau die Stiege abgetrennt; diese Passage erschließt auch Bahnsteig 1; da von dort jedoch so gut wie nie Züge von/nach Österreich verkehren, ist dieser Aufgang regelmäßig mit einem Scherengitter abgeschlossen, das nur im Bedarfsfall geöffnet wird.
Reisende, die aus Österreich ankommen verfügen sich sohin vom Bahnsteig in die Passage und haben, an deren Ende, zwei Möglichkeiten, wenn sie sich nach links wenden, gelangen sie zur Grenzkontrolle und dann zum Ausgang, wenn sie sich nach rechts wenden zum internationalen Warteraum – den mit den Ledersofas – wo sie österreichische Anschlüsse abwarten können, ohne sich einer Grenzkontrolle unterziehen zu müssen.
Die Verkehrsdichte hat entsprechend zugenommen.
Mittlerweile verkehren Züge im Stundentakt von Wien über Ebenfurth und Wulkaprodersdorf nach Deutschkreutz, ebenso Züge im Stundentakt von Wr. Neustadt nach Oedenburg. Viele dieser Züge sind mittlerweile als Euregios nach Steinamanger oder Raab durchgebunden. Die durchgehenden ICs aus Ofen und Pest über Raab und Oedenburg nach Wr. Neustadt wurden leider nach zwei Jahren mangels Inanspruchnahme wieder eingestellt. Es gibt aber nach wie vor den Corvinus von Wien über Neustadt und Steinamanger nach Fünfkirchen mit Kurswagen zum Plattensee am Wochenende.
Weiters verkehrt werktäglich ein Sammelgüterzugspaar Wr. Neustadt – Oedenburg – Oberloisdorf.
Auch sonst tat sich Einiges.
Vor etwa 10 Jahren hat die MAV den Südbahnhof für den Personenverkehr aufgelassen, Ausgangs- und Endbahnhof der Züge nach Steinamanger wurde sohin der Raaberbahnhof; und dies schon einige Jahre bevor die ROeEE die MAV Strecke nach Steinamanger wie auch den Streckenabschnitt nach Agendorf/Grenze übernommen hat.
Die Strecken der ROeEE mit Ausnahme der letztgenannten sowie der ÖBB Abschnitt nach Deutschkreutz sind elektrifiziert. Ebenso wurde der Abschnitt Agendorf Grenze – Oedenburg ROeEE auf Kosten der ÖBB von der ROeEE generalsaniert, in Agendorf besteht nur mehr ein Durchfahrtsgleis und gibt es keinen Bahnsteig mehr; im Südbahnhof wurde auch das Durchfahrtsgleis erneuert, die Stellwerke sind aber nach wie vor besetzt, obwohl der Bahnhof nur mehr der Ortsbedienung und Hinterstellung von Güterwagen dient.
Gelegentlich fahren übrigens mittlerweile durchgehende Züge (insb. die ICs) von/nach Österreich vom Hausbahnsteig ab, dann werden die Türen des Glaskobels aufgesperrt und die in Oedenburg zu bzw. aussteigenden grenzüberschreitenden Reisenden aufgefordert, diesen Weg vom/zum Zug zu wählen. Die durchfahrenden Reisenden hingegen werden im am Bahnsteig stehenden Zug kontrolliert.*)
Die Euregios aus Österreich hingegen kommen in aller Regel am Bahnsteig 2 an, wo die Reisenden nach Oedenburg aussteigen und in die Passage abgehen; der Wagensatz wird anschließend von der Verschubreserve auf Bahnsteig 1 überstellt, währenddessen erfolgt im Zug die Grenzkontrolle der die Grenze überschreitenden Fahrgäste. Am Bahnsteig 1 wird der Zug anschließend für die innerungarischen Fahrgäste freigegeben; in der Gegenrichtung erfolgt dasselbe Ringelspiel seitenverkehrt.
*) Und ich koffere - so wie andere Profis - wie vom Affen gebissen durch die Grenzkontrolle in die Haupthalle, um dort für die Weiterfahrt die viel günstigeren Fahrkarten des ungarischen Binnenverkehrs zu erstehen.
Oedenburg war ursprünglich von drei Bahnlinien erschlossen:
Die älteste war die Südbahn mit ihrer Strecke Wr. Neustadt – Mattersdorf – Oedenburg-Süd – Bük – Steinamanger – Groß Kanisa (an der Strecke Budapest-Süd – Stuhlweißenburg – Pragerhof).
Die nächste war die Strecke der ROeEE Ebenfurth – Wulkaprodersdorf – Oedenburg-ROeEE – Csorna – Raab.
Und zuletzt kam die ungarische Westbahn hinzu, die von der MKAV betrieben wurde: Pressburg – Parndorf – Eisenstadt – Wulkaprodersdorf – Oedenburg-ROeEE – Deutschkreutz – Oberpullendorf – Güns – Steinamanger. Zwischen Wulkaprodersdorf und Oedenburg-ROeEE verkehrte sie als Peage Linie auf der Strecke der ROeEE, hinter diesem Bahnhof gab es eine Gleisverbindung zur Strecke der Südbahn, die seinerzeit den Bahnhof der ROeEE mit einer Schleife umfuhr und nicht berührte und benutzte dann im Peage-Verkehr die Strecke der Südbahn bis Harkau, wo sich die beiden Strecken teilen. Dieser Bahnhof ist überhaupt sehr interessant; als Folge der Frieden von St. Germain bzw. Trianon steht dieser in Ungarn gelegene Bahnhof im Eigentum der ÖBB, die Betriebsführung obliegt aber der MAV, die sie an die ROeEE weiter übertragen hat; die Oberleitung steht direkt im Eigentum der ROeEE.
Die Südbahn berührte wie gesagt den Bahnhof der ROeEE nicht sondern hatte ihren eigenen Bahnhof an der Strecke nach Wr. Neustadt. Es gab aber an beiden Seiten des Bahnhofes der ROeEE Gleisverbindungen zwischen Süd- und Raaberbahn. Die beiden Bahnhöfe waren übrigens mit einer Straßenbahn verbunden, die in einer Schleife über die Grabenrunde in etwa ein U beschrieb.
An dieser Betriebsführung änderte sich im Wesentlichen bis zum 2. Weltkrieg nichts. Als Folge der Pariser Vororteverträge war es den ÖBB gestattet, Korridorzüge zu führen, diese berührten den ROeEE Bahnhof ebenso wenig wie das Schnellzugpaar Wien – Wr. Neustadt – Oedenburg-Süd – Harkau – Steinamanger – Groß Kanisa, wo es sich in zwei Flügelzüge nach Budapest und Pragerhof teilte.
Auch die Züge der MAV, die die Südbahn übernommen hatte, verkehrten von Oedenburg Süd über die Umfahrung direkt nach Harkau, ohne Oedenburg ROeEE zu berühren.
Waren Züge aus Wulkaprodersdorf und Wr. Neustadt nach Oberpullendorf zu vereinigen bzw. zu trennen, erfolgte dies ebenfalls in Harkau; dort erfolgte auch die Übergabe MAV, ROeEE, ÖBB.
Auf der Südbahnstrecke nach Mattersdorf wurde weiters von der MAV ein Lokalverkehr nach Agendorf, der letzten Station vor der österreichischen Grenze, eingeführt; von dort zweigte eine Stichbahn nach Brennberg zu den Kohlengruben ab; ob es dorthin auch einen Personenverkehr gab, entzieht sich meiner Kenntnis.
Im 2. Weltkrieg wurden die Bahnanlagen bei mehreren alliierten Bombenangriffen weitgehend zerstört; u.A. fiel auch die Umfahrungsschleife den Angriffen zum Opfer und wurde nicht wieder aufgebaut. Züge zwischen Oedenburg Süd – und Harkau verkehren seit damals über Oedenburg ROeEE.
Der grenzüberschreitende Verkehr war bis in die erste Hälfte der 80 Jahre des letzten Jahrhunderts relativ konstant auf niedrigem Niveau. Infolge der Einstellung der Straßenbahn von Oedenburg wurde der verkehrsgünstiger gelegene ROeEE Bahnhof zum End- bzw. Umsteigebahnhof der Züge aus Österreich erkoren, Südbahnhof und Harkau versanken in der Bedeutungslosigkeit. Es gab jeweils zwei bis drei grenzüberschreitende Zugpaare von und nach Wulkaprodersdorf, Mattersdorf und etwa vier von und nach Deutschkreutz. Zumindest eines davon verkehrte als reiner Korridorzug ohne Verkehrshalt in Ungarn. Lange Jahre hindurch gab es zumindest ein Zugpaar Wien - Oberpullendorf bzw. Rattersdorf Liebig, das in Ebenfurth geteilt wurde, ein Zugteil verkehrte über Wulkaprodersdorf nach Oedenburg, der andere über Wr. Neustadt und wurde der Zug in Oedenburg zur Weiterfahrt ins Mittelburgenland wieder vereint.
Oedenburg-Süd hatte einen Großteil seiner Bedeutung verloren und diente nur mehr als Endbahnhof der Züge von/nach Steinamanger, die mittlerweile auch über den ROeEE Bahnhof fuhren, wenngleich nicht alle dort hielten.
Für den Güterverkehr wurde übrigens von der ROeEE ein Güterbahnhof an der Strecke nach Harkau erbaut, der über ein Gleisdreieck mit der ROeEE Hauptstrecke nach Raab verbunden ist.
In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der ROeEE Bahnhof in Oedenburg neu erbaut und gefällt mir dieser Bau architektonisch viel besser als so manche in Österreich errichtete Betonburg aus dieser Zeit..
Er erhielt eine Halle mit Fahrkartenschaltern, Gepäckaufbewahrung, Buffet, Restaurant im Stock, Geschäften etc.. Von dieser Halle besteht die Möglichkeit, direkt den Hausbahnsteig mit Gleis 1zu betreten.
Das nächste Gleis 2 ist ein reines (Güterzug)Durchfahrtgleis ohne Bahnsteigkante.
Die Gleise 3 und 4 befinden sich am Mittelbahnsteig; dieser ist mit einer Passage mit der Halle verbunden.
Im linken (Richtung Raab, Harkau) Nebentrakt des Bahnhofgebäudes befinden sich diverse Büros und Dienststellen der ROeEE sowie das Zentralstellwerk, im rechten (Richtung Mattersburg, Wulkaprodersdorf) der „internationale Bahnhof“ mit den Grenzkontrolldienststellen. Ankommende und abfahrende Reisende wurden dort entflochten, für ankommende Reisende hatten die österreichische und anschließend die ungarische Zoll- und Passkontrolle zu passieren, bevor sie an der Wechselstube vorbei auf die Strasse schreiten konnten. Abfahrende Passagiere hatten sich eine halbe Stunde vor Abfahrt zur Grenzkontrolle einzufinden, es gab straßenseitig einen kleinen Auffangraum mit dem internationalen Fahrkartenschalter der ROeEE, die ungarischen und österreichischen Kontrollen und anschließend war die Abfahrt des Zuges im internationalen Warteraum abzuwarten, der nach wie vor Sitzgelegenheiten auf Ledersofas (!!!) bietet.
Wenn ein Zug von/nach Österreich kam, marschierte eine Hundertschaft von Soldaten am Hausbahnsteig auf, die einen Kordon bildeten, zwischen dem man die wenigen Meter vom Zug zur Halle et vice versa passieren konnte. (Die Züge verkehrten übrigens unter strengster Bewachung; unmittelbar an der Grenze waren in Ungarn Bahnsteige angeschüttet, wo Grenzsoldaten den Zug stürmten und bis zum Verlassen Ungarns jede Plattform besetzt hielten.)
In den 50er Jahren wurde der Bergbau in Brennberg eingestellt und in weiterer Folge auch der Bahnverkehr dorthin eingestellt; irgendwann nach 1985 wurde auch der Lokalverkehr nach Agendorf eingestellt.
Als nach 1985 der grenzüberschreitende Verkehr intensiviert werden sollte, erwies sich die Anlage als denkbar ungeeignet. Alle grenzüberschreitenden Züge mussten nämlich am Weg von/zum Hausbahnsteig den gesamten Bahnhof traversieren und blockierten damit sämtliche andere Bewegungen darin. Daher wurde ein neuer Bahnsteig 2 mit den Gleisen 5 und 7 sowie dem Stutzgleis 6 errichtet. Gleis 5 dient für die Züge von/nach der ROeEE Strecke nach Wulkaprodersdorf, Gleis 7 für die Züge von/nach Mattersburg. (Das Stutzgleis 6 dient zum Hinterstellen von Wagen, kundendienstlich wird es so gut wie nie genutzt.)
Dieser Bahnsteig wurde mit dem Hausbahnsteig durch eine zweite Passage verbunden, die am äußersten Ende der Bahnsteige verläuft. Am Hausbahnsteig wurde mit einem Glasverbau die Stiege abgetrennt; diese Passage erschließt auch Bahnsteig 1; da von dort jedoch so gut wie nie Züge von/nach Österreich verkehren, ist dieser Aufgang regelmäßig mit einem Scherengitter abgeschlossen, das nur im Bedarfsfall geöffnet wird.
Reisende, die aus Österreich ankommen verfügen sich sohin vom Bahnsteig in die Passage und haben, an deren Ende, zwei Möglichkeiten, wenn sie sich nach links wenden, gelangen sie zur Grenzkontrolle und dann zum Ausgang, wenn sie sich nach rechts wenden zum internationalen Warteraum – den mit den Ledersofas – wo sie österreichische Anschlüsse abwarten können, ohne sich einer Grenzkontrolle unterziehen zu müssen.
Die Verkehrsdichte hat entsprechend zugenommen.
Mittlerweile verkehren Züge im Stundentakt von Wien über Ebenfurth und Wulkaprodersdorf nach Deutschkreutz, ebenso Züge im Stundentakt von Wr. Neustadt nach Oedenburg. Viele dieser Züge sind mittlerweile als Euregios nach Steinamanger oder Raab durchgebunden. Die durchgehenden ICs aus Ofen und Pest über Raab und Oedenburg nach Wr. Neustadt wurden leider nach zwei Jahren mangels Inanspruchnahme wieder eingestellt. Es gibt aber nach wie vor den Corvinus von Wien über Neustadt und Steinamanger nach Fünfkirchen mit Kurswagen zum Plattensee am Wochenende.
Weiters verkehrt werktäglich ein Sammelgüterzugspaar Wr. Neustadt – Oedenburg – Oberloisdorf.
Auch sonst tat sich Einiges.
Vor etwa 10 Jahren hat die MAV den Südbahnhof für den Personenverkehr aufgelassen, Ausgangs- und Endbahnhof der Züge nach Steinamanger wurde sohin der Raaberbahnhof; und dies schon einige Jahre bevor die ROeEE die MAV Strecke nach Steinamanger wie auch den Streckenabschnitt nach Agendorf/Grenze übernommen hat.
Die Strecken der ROeEE mit Ausnahme der letztgenannten sowie der ÖBB Abschnitt nach Deutschkreutz sind elektrifiziert. Ebenso wurde der Abschnitt Agendorf Grenze – Oedenburg ROeEE auf Kosten der ÖBB von der ROeEE generalsaniert, in Agendorf besteht nur mehr ein Durchfahrtsgleis und gibt es keinen Bahnsteig mehr; im Südbahnhof wurde auch das Durchfahrtsgleis erneuert, die Stellwerke sind aber nach wie vor besetzt, obwohl der Bahnhof nur mehr der Ortsbedienung und Hinterstellung von Güterwagen dient.
Gelegentlich fahren übrigens mittlerweile durchgehende Züge (insb. die ICs) von/nach Österreich vom Hausbahnsteig ab, dann werden die Türen des Glaskobels aufgesperrt und die in Oedenburg zu bzw. aussteigenden grenzüberschreitenden Reisenden aufgefordert, diesen Weg vom/zum Zug zu wählen. Die durchfahrenden Reisenden hingegen werden im am Bahnsteig stehenden Zug kontrolliert.*)
Die Euregios aus Österreich hingegen kommen in aller Regel am Bahnsteig 2 an, wo die Reisenden nach Oedenburg aussteigen und in die Passage abgehen; der Wagensatz wird anschließend von der Verschubreserve auf Bahnsteig 1 überstellt, währenddessen erfolgt im Zug die Grenzkontrolle der die Grenze überschreitenden Fahrgäste. Am Bahnsteig 1 wird der Zug anschließend für die innerungarischen Fahrgäste freigegeben; in der Gegenrichtung erfolgt dasselbe Ringelspiel seitenverkehrt.
*) Und ich koffere - so wie andere Profis - wie vom Affen gebissen durch die Grenzkontrolle in die Haupthalle, um dort für die Weiterfahrt die viel günstigeren Fahrkarten des ungarischen Binnenverkehrs zu erstehen.
- rene2016
- Beiträge: 250
- Registriert: Di Okt 31, 2006 20:28
- Wohnort: An der Südbahn bzw. an der Gutensteinerbahn
- Kontaktdaten:
Wiener Neustadt - Sopron
Habe gehört das die Strecke Wiener Neustadt-Sopron über Mattersburg
elektiefiziert wird.
elektiefiziert wird.
Re: Wiener Neustadt - Sopron
Dieses Gerücht hält sich seit Jahren - angeblich soll die Elektrifizierung durch die ROeEE mit 25 kV, 50 Hz~ erfolgen - jedoch tut sich bislang nichts dort!rene2016 hat geschrieben:Habe gehört das die Strecke Wiener Neustadt-Sopron über Mattersburg
elektiefiziert wird.
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kray-C
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Pollux
Oedenburg war schon immer eine zweisprachige stadt, obwohl sie nie bei Oesterreich war. Und somit auch deutsch mit deutschem namen!SOPRON!!!!!
Es gehört auch zum vereinten Europa, die Geschichte zu akzeptieren.
Und langsam sollten wir auch wissen, dass sprache nicht unbedingt mit politischen grenzen zu vereinen ist. Durch unsere geschichte betrifft gerade uns das am deutlichsten. Wir haben in Oesterreich immerhin 5 sprachen, urspruenglich mit dem tschechischen sogar 6, falls ich mich nicht verzaehlt habe. Und dass Ungarn nach 1918 alle fremdsprachigen teile, ausgenommen eben Oedenburg, verloren hat, ist auch nicht unsere schuld. Die Ungarn muessten eigentlich heute wissen, warum das damals so war
Genau mit diesem geschichtlichen hintergrund findet man aber auch in Italien, Slowenien, Tschechien und Slowakei leute mit deutscher sprache, die dort natuerlich auch zuhause sind. Inzwischen duerfen die deutschsprachigen sogar nach Slowenien wieder zurueck und bekommen auch ihre enteigneten gueter wieder! Tschechien ist nur ein bissl langsamer. So wie bei uns niemandem die sprache und kultur weggenommen werden darf, ist es auch umgekehrt wichtig. Und fuer Ungarn ist die zeit des herrschervolkes schon lange vorbei, genauso wie bei uns fuer Kaernten! Dort unten sollten sie auch besser ihre kuehe schneuzen gehen, anstatt seltsame politik machen zu wollen. "Leilei"
LG Hans
Auf der ROeEE aus Wulkaprodersdorf 1116, 4124 und 1014, mit Güterzügen 1116, V 43 und 1047 der ROeEE, von Wr. Neustadt 5x47 von Oebb und ROeEE, 2016 und 2143 mit Wagensätzen von Oebb und ROeEE, nach Steinamanger überwiegend V 43 der ROeEE und nach Raab vor allem V 43, aber auch 1047 von ROeEE und MAV!kray-C hat geschrieben:Und was kommt dann dort zum Einsatz?
1116er mit 5 DoSto's genauso wie auf der Neusiedler Seebahn??? :badgrin: :badgrin: :badgrin:
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kray-C
Weiß jemand, ob auf der Mattersburger Bahn(sollte sie mal elektrifiziert werden), auch 4124er oder nur lokbespannte Züge zum Einsatz kommen?99 222 hat geschrieben:Auf der ROeEE aus Wulkaprodersdorf 1116, 4124 und 1014, mit Güterzügen 1116, V 43 und 1047 der ROeEE, von Wr. Neustadt 5x47 von Oebb und ROeEE, 2016 und 2143 mit Wagensätzen von Oebb und ROeEE, nach Steinamanger überwiegend V 43 der ROeEE und nach Raab vor allem V 43, aber auch 1047 von ROeEE und MAV!kray-C hat geschrieben:Und was kommt dann dort zum Einsatz?
1116er mit 5 DoSto's genauso wie auf der Neusiedler Seebahn???![]()
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kray-C
Also: Es steht noch noch in den Sternen?MichaelK hat geschrieben:Schau im Horoskop vom Dienstag nächster Woche nach - dort steht die Antwort...kray-C hat geschrieben:
Weiß jemand, ob auf der Mattersburger Bahn(sollte sie mal elektrifiziert werden), auch 4124er oder nur lokbespannte Züge zum Einsatz kommen?
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Pollux
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier Beiträge des users Iceman und von mir "verschwunden" sind.
Da ich mir nicht bewußt bin, gegen welche Bestimmung der Forenregel ich durch meine Wortmeldung verstoßen haben sollte zumal ich regelmäßi darauf achte, sachlich und ohne persönliche An- und Untergriffe zu posten, ersuche ich den/die für die Streichung Verantwortlichen höflichst, mir die Gründe dafür bekanntzugeben!
Da ich mir nicht bewußt bin, gegen welche Bestimmung der Forenregel ich durch meine Wortmeldung verstoßen haben sollte zumal ich regelmäßi darauf achte, sachlich und ohne persönliche An- und Untergriffe zu posten, ersuche ich den/die für die Streichung Verantwortlichen höflichst, mir die Gründe dafür bekanntzugeben!