Prager Masaryk-Bahnhof vor den Aus?

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5046-01

Prager Masaryk-Bahnhof vor den Aus?

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Heute im Internet in der Prager Zeitung folgender trauriger Artikel:

21. 8. 2008


Die Stadtväter Prags wollen den Masaryk-Bahnhof, die älteste Eisenbahnstation der Stadt, schließen





Am 7. August stürzt um 17.30 Uhr in der Halle des Prager Masaryk-Bahnhofs ein Eisenpfeiler um, der die ursprünglichen und inzwischen stark renovierungsbedürftigen Träger aus dem Jahr 1845 stützt. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Was an ein Wunder grenzt, denn zu dieser Zeit herrscht in der Halle Hochbetrieb.

Es war wie inszeniert und passte in das Szenario der Prager Stadtväter. Die hatten nämlich zwei Tage vorher das Aus für den Bahnhof beschlossen. Die Baufälligkeit des ältesten Prager Bahnhofs war allerdings nicht ausschlaggebend. Vielmehr stoßen sich die Ratsherren daran, dass es sich um einen Kopfbahnhof handelt und die Lokomotiven umgespannt werden müssen. In einem k urzerhand gefassten Beschluss wurde der Gebietsbebauungsplan geändert: In Zukunft sollen dort, wo heute noch täglich 30 000 Menschen mit dem Eisenbahnnah- und Regionalverkehr direkt ins Zentrum gebracht werden, die großen Developer ihre Pläne umsetzen.

Stadtrat Martin Langmajer (ODS), zuständig für die Bauentwicklung Prags, freut sich. Er erwartet durch die Auflösung der Gleisanlagen 20 Hektar attraktiven Baulands und zwar direkt im historischen Zentrum der Stadt. Der umtriebige Stadtpolitiker will aber keineswegs eine „tote“ Zone mit Büro- und Verwaltungsgebäuden, Wohnungen sollen dort entstehen. Das sind hehre Vorgaben, deren Umsetzung noch die Zustimmung der Investoren, also der Developer voraussetzt.

Die Pläne der Prager Stadtväter stoßen in der Stadt, aber auch im Umland auf wenig Gegenliebe. Vielmehr rufen sie – wie bei so vielen Entscheidungen – den Eindruck hervor, hier wird Politik mit Scheuklappen betrieben, Partner werden nicht befragt, die Folgen gar nicht bedacht, entscheidend ist im Endeffekt, dass es in der Kasse klingelt.

Den gesamten Artikel können Sie in der Druckausgabe der Prager Zeitung oder in unserem ePaper lesen.
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