ÖBB überlegt schaffnerlose Züge
02. Oktober 2003
Im Nahverkehr könnte bald nur mehr sporadisch kontrolliert werden
WIEN (SN).
Bei den Österreichischen Bundesbahnen überlegt man derzeit, künftig auf schaffnerlose Züge zu setzen. Zumindest im Nahverkehr könne man sich vorstellen, Schaffner einzusparen und nur noch sporadisch Kartenkontrollore in die Züge zu schicken, ähnlich dem System in städtischen U- und Straßenbahnen, hieß es dazu am Mittwoch. Im Fernverkehr sollen Schaffner dagegen jedenfalls bleiben - aus Gründen des Kundenservice und der Sicherheit. In "Geisterzügen" im Ausland habe der Vandalismus stark zugenommen.
Weiter für Wirbel sorgt unterdessen die geplante ÖBB-Reform, die die Regierung bereits heute, Donnerstag, in Begutachtung schicken will. Die Gewerkschaft droht mit Protestmaßnahmen. Schon ab kommenden Montag will man nur noch Dienst nach Vorschrift machen und Überstunden boykottieren. Die Bahn rechnet nicht sofort mit dem Ausfall von Zügen: Überstunden fallen erst gegen Monatsende an, hieß es dazu am Mittwoch.
Quelle: Salzburger Nachrichten