Waggons als Fremdenzimmer

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Stefan_M

Waggons als Fremdenzimmer

Beitrag von Stefan_M »

Waggons als Fremdenzimmer

14. Oktober 2003

Offener Brief an Finanzminister Grasser: Als Bürger dieses Landes verfolge ich die Diskussion um die Reformierung unserer Bundesbahn mit größtem Interesse. Sie wissen dabei wahrscheinlich besser wie jeder andere, dass Einsparungen nur einen Weg zur Sanierung eines Betriebes darstellen. Wenn dieser aber mit dem Verlust vieler Arbeitsplätze verbunden ist, dann sollte ein anderer Weg im Vordergrund stehen: Wie könnte die Bundesbahn zu mehr Umsatz und Gewinn kommen? Innovation ist also gefragt - übrigens auch im österreichischen Tourismus. Als Touristiker gestatte ich mir daher, Ihnen folgenden Vorschlag zur Überlegung zu unterbreiten:

Sie nehmen der Bundesbahn nicht eine Milliarde weg, sondern Sie geben ihr eine Milliarde. Diese soll die Bahn in eine Gesellschaft mit interessierten Reiseunternehmen einbringen, damit die vielen ausrangierten Waggons zu kleinen, modernen Fremdenzimmern ausbauen (das rollende Material braucht nicht hochgeschwindigkeitsgerecht sein), Bahnhöfe an attraktiven Standorten mit geeigneten Abstellgleisen insklusive Infrastruktur (Grundausstattung meist vorhanden) ausstatten und eine entsprechende Logistik aufbauen. Man stelle sich vor, die schö-nen Plätze Österreichs kennen zu lernen und immer im gleichen Zimmer zu wohnen. Gefahren könnte zum Teil in der Nacht werden und von jeder Station aus sind Ausflü-ge mit angemieteten Bussen möglich. Die Verpflegung könnte im Zug (Frühstück) oder in Restaurants der Zielorte stattfinden.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Reisebüros gibt, die nicht interessiert wären, Kunden für solche Reisen anzuwerben, zumal ja die Ausgangsbahnhöfe mit den fahrplanmäßigen Zügen erreichbar wären.

Solche Eisenbahnhotels - diese sind sicher keine Konkurrenz für Erholungsunterkünfte oder die gut ausgestatteten Stadthotels - könnten unserer Bundesbahn viele Kündigungen ersparen (Umschulungen wären sicher notwendig) und bei guter Organisation viel Geld bringen, zumal die ÖBB, wenn sie diesen Zug zum Rollen bringen, international Furore machen könnten.

Josef Gossy

7062 St. Margarethen

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hcl
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Beitrag von hcl »

Auch wenn die Idee nett klingt, aber mehr als zwei Tage hintereinander hält es kein Mensch (außer mir) aus in einem fahrenden Zug zu schlafen, auch wenn's der Hofsalonzug ist. Man müßte hierzu wohl eher immer einen halben Tag fahrt einplanen und die Leute im stehenden Zug schlafen lassen und das weit von einer Hauptstrecke entfernt, denn vom Wr. Walzer möchte ich nicht geweckt werden.
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Max
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Quartiere

Beitrag von Max »

Gestern wurde in den Medien über fehlende Quartiere bei Asylwerbern berichtet. Vielleicht greift Strasser die Idee mit den alten Waggons ja auf.

max
hcl
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Beitrag von hcl »

He die Idee ist gut... Da kann man dann endlich alle Bundesländer gleichwertig zu Verantwortung ziehen. Der Zug bleibt einfach verhältnismäßig so lange in einem Land, wie die Bevölkerungszahl dort ist.
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Max
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Waggons

Beitrag von Max »

Ah so,
du willst mit dem Zug durch die Lande ziehen.
Ich dachte an ein Waggondorf auf nicht mehr benötigten Gleisharfen.

max
hcl
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Beitrag von hcl »

Stimmt... das transportieren könnte teuer kommen. Ein Waggondorf ist aber sicher auch nicht schlecht.
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MichaelK
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Re: Quartiere

Beitrag von MichaelK »

Die Idee ist bestenfalls originell. Denn wirkliches Wohnen in einem Waggon kann niemandem zugemutet werden. Es fehlt an einer passenden Heizung, Sanitären Einrichtungen, Küchen, Aufenthaltsmöglichkeiten, (abgesehen von Sitzen und Schlafen) etc.
Wie hcl richtig geschrieben hat: Mehr als zwei, drei Tage im Zug sind nicht verkraftbar, dafür ist das Ding auch nicht gebaut.
Weiters halte ich die Verwendung von ausrangierten Waggons für Asylwerber auch in geschichtlicher Hinsicht für problematisch.

Michael
Stefan_M

Beitrag von Stefan_M »

Denn wirkliches Wohnen in einem Waggon kann niemandem zugemutet werden. Es fehlt an einer passenden Heizung, Sanitären Einrichtungen, Küchen, Aufenthaltsmöglichkeiten, (abgesehen von Sitzen und Schlafen) etc.
Ich nehme an Herr Gossy (ober der was mit Goby zu tun hat? *gg*) geht von adaptierten Wagons aus. Nebenbei bemerkt gibt es jede Menge Leute die sogar in einem Wohnwagen (der zwangsweise viel weniger Platz bietet als ein Wagon) mehrere Wochen leben (wollen).
Weiters halte ich die Verwendung von ausrangierten Waggons für Asylwerber auch in geschichtlicher Hinsicht für problematisch.
Wenn man alles was geschichtlich irgendeinen negativen Beigeschmack erhalten hat nicht mehr verwenden dürfte, dann gäbe es auf der Westautobahn keine Toten mehr, weil sie keiner benützen würde (wurde von Hitler erbaut). Auch Kaffee dürfte man nicht mehr trinken, erstens ist er braun und zweitens haben die Herren Hitler, Hussein oder Bush sicher auch schon mal Kaffee getrunken.

Liebe Grüße, Stefan
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