LHSTV. Haslauer geht in Salzburg in die Offensive!!

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Fahrgast
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LHSTV. Haslauer geht in Salzburg in die Offensive!!

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Landeshauptfraustellvertreter und Verkehrsreferent Haslauer (ÖVP) für das Land Salzburg geht wieder in die Offensive und bringt konstruktive Vorschläge zur weiteren Verbesserung des Öffentlichen Verkehrs im südlichen Zentralraum Salzburg:

Aus der Seite des Landes Salzburg:
Neue Schienentrasse zwischen Golling und Werfen vorgeschlagen [30.03.2005]

[Land Salzburg] Haslauer: Entscheidende Infrastrukturverbesserung für die südlichen Landesteile


(LK) In einer Stunde und acht Minuten von Salzburg nach Zell am See, in 26 Minuten von Bischofshofen nach Salzburg, in zwei Stunden und 24 Minuten von Salzburg nach Klagenfurt, 2,5 Stunden von Bischofshofen nach Wien, dazu eine optimierte „Vertaktung“ zwischen Bahn und Bus in Pongau, Pinzgau und Lungau: „Das sind keine verkehrspolitischen Hirngespinste sondern die Effekte aktueller Vorschläge der Landesverkehrsplanung an die ÖBB, um den Pinzgau, Pongau und Lungau mit dem Zentralraum enger zu verknüpfen“, berichtete Verkehrsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer heute, Mittwoch, 30. März, in einem Informationsgespräch. Möglich würden die dramatischen Fahrtzeitverkürzungen insbesondere durch eine neue Schienentrasse von Golling bis Werfen entlang der Tauernautobahn: „Die derzeitige Bummelstrecke sollte durch eine neue Trasse parallel zur Tauernautobahn ersetzt werden, die Geschwindigkeiten jenseits von 160 km/h ermöglicht“, so Haslauer.

Die katastrophale Osterreisewoche habe den Handlungsbedarf eindrucksvoll aufgezeigt: „Mit der Präsentation durch die Landesverkehrsplanung möchte ich den Stein für eine neue Nord-Süd-Verbindung auf der Schiene ins Rollen bringen“, betonte der Verkehrsreferent.

Rund um Olympia: Zukunftsinvestitionen statt Flickwerk

Im Fahrwasser von Olympia sieht der Verkehrsreferent die Chance, die im Vergleich zu anderen Bahnprojekten in Österreich relativ geringen Gelder nach Salzburg zu bringen, die für eine maßgebliche Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Verkehrs in Pongau, Pinzgau und Lungau erforderlich sind: „Es ist mir ein Anliegen, dass die ohnehin knappen Ressourcen nicht in Flickwerk an der bestehenden Strecke gesteckt werden. Wenn der Öffentliche Verkehr Zukunft haben soll, dann müssen wir auch in echte Zukunftsprojekte investieren“, stellte Haslauer klar und verwies auf die von den ÖBB geplanten Investitionen von 150 Millionen Euro in die bestehende Strecke, ohne dass damit eine wesentliche Verbesserung des Angebotes verbunden wäre. Das von der Landesverkehrsplanung entwickelte Gesamtpaket würde je nach Ausbaustufe zwischen 250 und 400 Millionen Euro kosten.

Lange Vorlaufzeiten bei Schieneninfrastrukturprojekten

Mit dem S-Bahnsystem „NAVIS“ erhält der Salzburger Zentralraum ein höchst modernes und attraktives Angebot im Öffentlichen Verkehr: Der Komfort bei Fahrzeugen und Haltestellen, die Überarbeitung von Fahrplan und Tarifgestaltung, die Pünktlichkeit und anderes mehr wurden an die aktuellen Erwartungen angepasst. „Der Startschuss für das Gesamtsystem NAVIS mit einem Investitionsvolumen von 160 Millionen Euro fiel vor rund zehn Jahren. Wenn wir in weiteren zehn Jahren auch für den Pongau, Pinzgau und Lungau ein attraktives System im Öffentlichen Verkehr schaffen wollen, dann müssen schon heute die Weichen in diese Richtung gestellt werden“, trat Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer für eine weitsichtige und langfristige Verkehrspolitik im Land Salzburg ein.

Verländerung und Olympia als Chance für den Öffentlichen Verkehr

„Wenn der Bund nun plant, den Ländern bei der Bestellung des Öffentlichen Verkehrs mehr Verantwortung und Mitsprache zu geben, dann sollten wir diese Gelegenheit auch für eine Verbesserung in diesem Bereich nutzen“, sieht Haslauer in den anstehenden Neuregelungen Chancen für die Verkehrsplanung in Salzburg. Das Konzept der Landesverkehrsplaner sieht daher nicht nur eine neue Schienenanbindung von Pongau und Pinzgau vor, sondern auch die Vernetzung zwischen Bus und Bahn, was gerade dem Lungau zugute kommt. „Der Öffentliche Verkehr im gesamten Land südlich der Landeshauptstadt würde mit Maßnahmen bei Fahrzeugen und Infrastruktur sowie mit Optimierungen bei den Fahrplänen auf völlig neue Beine gestellt werden“, fasste Wilfried Haslauer zusammen.

Status Quo unbefriedigend

„Wer in Bischofshofen Richtung Radstadt umsteigen muss, wartet derzeit bis zu 21 Minuten. Wer von Bischofshofen nach Tamsweg weiterfahren will, muss mit Fahrzeiten von 1:44 Stunden bis 3:03 Stunden und Wartezeiten bis zu 40 Minuten rechnen. Wegen fehlender Takt-knoten ist darüber hinaus eine durchgängige Abstimmung zwischen Bahn und Bus kaum möglich“, nannte Hofrat Dr. Herwig Schnürer, Leiter der Verkehrsplanung des Landes Salzburg, Schwächen im derzeitigen System. Dazu kommen Fahrzeuge mit wenig zeitgemäßem Komfort und eine für das 21. Jahrhundert kaum für möglich gehaltene Tatsache, dass ein Paneuropäischer Korridor am Pass-Lueg nicht lawinensicher ausgebaut ist, ergänzte Haslauer.

„Wir stehen weiters vor der Situation, dass der Fernverkehr auf der Tauernbahn auch eine Regionalverkehrsfunktion erfüllen muss, dass teilweise Parallelverkehre unterhalten werden, dass aus diesen Gründen der Betriebsmitteleinsatz nicht optimiert werden kann und ein Wirrwarr an Finanzierungsflüssen besteht. Auf Grund des Fehlens einer langfristigen Planung und von Kontinuität kann der Busverkehr nicht an die Bahn angepasst werden“, erläuterte Dr. Ulrich Rückert, von der Verkehrsplanung des Landes.

Integraler Takt und moderne Fahrzeugtechnologie

Durch die Installierung eines integralen Fahrplanes mit optimierter Verknüpfung von Bus und Bahn kann eine durchgängige Wegekette zum Beispiel von Salzburg über Bischofshofen bis Tamsweg gesichert werden. Damit können Wartezeiten reduziert und der Fahrplan schlüssiger gestaltet werden. In Bischofshofen Süd, St. Johann Nord und bei Schwarzach-Krankenhaus sieht das Konzept des Landes einen Neu- bzw. Ausbau der Haltestellen vor.

Bei den Fahrzeugen sind vermehrt kleine, leichte Einheiten mit 200 bis 280 Plätzen vorgesehen. Diese sind leicht und schnell kuppelbar, was einen zeitgemäßen Komfort für Regional- und Fernverkehr sicherstellt. Auf kurzen Entfernungen zeichnen sie sich durch eine hohe Beschleunigung aus. Ähnlich wie bei der Pinzgaubahn würden sich Investitionen durch geringere Betriebskosten in der Folge von selber refinanzieren.

Maßgebliche Verbesserungen durch neues Konzept

Das neue Konzept hätte erheblichen Einfluss auf die Beförderungszeiten und damit auf die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs insgesamt:


Fahrzeit alt
Fahrzeit neu
Durchschnitt
Verkürzung
Verkürzung

B’hofen – Salzburg (52 km)
0:47
0:26
120 km/h
45 %
21 min

Zell/See – Salzburg (99 km)
1:37
1:08
87 km/h
30 %
29 min

Tamsweg – Bi’hofen (82 km)
2:09
1:27
57 km/h
33 %
42 min

Salzburg – Graz (299 km)
4:11
3:22
89 km/h
20 %
49 min

Salzburg – Klagenfurt (226 km)
3:17
2:24
94 km/h
27 %
53 min




Neben der Fahrtzeitverkürzung würde sich auch eine erhöhte Anzahl von Direktverbindungen, insbesondere in den Morgen- und Abendstunden, auf die Attraktivität auswirken. Weiters kämen durchgehend attraktive Fahrzeuge zum Einsatz, die Wirtschaftlichkeit würde in Summe erhöht, der Zuschussbedarf reduziert.


Wichtiger Beitrag zur regionalen Entwicklung in Salzburgs Bezirken

Eine erhebliche Verbesserung der Erreichbarkeit im Fern- und Regionalverkehr habe vielfältige Auswirkungen auf die Regionen südlich des Pass Lueg: „Eine höhere Standortqualität für Handel, Tourismus und Gewerbe sowie eine Steigerung der Attraktivität als Wohn- und Arbeitsstandort, die Verlagerung vom Pkw-Verkehr auf den öffentlichen Verkehr und die damit verbundene Reduktion der Umweltbelastung oder auch die Hebung der Verkehrssicherheit“, nannte Wilfried Haslauer als wesentliche Punkte. All dies wiederum stärke die raumordnerischen Ziele einer dezentralen Entwicklung der Regionen.
Mit freundlichen Grüßen, der Fahrgast
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