Siemens TS erhielt bekanntlich von der Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) den Auftrag zur Herstellung von 30 Doppeltriebwagen der Type DT3, welche im Rahmen des Projekts "RUBIN" (Realisierung einer automatisierten U-Bahn in Nürnberg) für den Einsatz auf der dort neuen Linie U3 bestimmt sind.
Das Besondere an dieser, im kommenden Jahr zu eröffnenden, Linie ist die vollautomatische und somit fahrerlos erfolgende Betriebsabwicklung wodurch auch die Optik der Fahrzeuge geprägt wird: Durch den Wegfall der Fahrerkabine gibt es in den neuen Wagen sogar einen Panoramabereich mit Stehplätzen!
Gefertigt werden diese Fahrzeuge im Werk Wien, ihre Überstellung erfolgt dabei stets selbstrollend und eingereiht in Schutzwagen via Passau nach Nürnberg. Heute Nachmittag begann die Reise für die Doppeltriebwagen 717 & 718:
(C) Foto: Sybic
Bahnnews-Austria: Interessante Nachrichten aus der Welt der Eisenbahn!
Das Besondere an dieser, im kommenden Jahr zu eröffnenden, Linie ist die vollautomatische und somit fahrerlos erfolgende Betriebsabwicklung wodurch auch die Optik der Fahrzeuge geprägt wird: Durch den Wegfall der Fahrerkabine gibt es in den neuen Wagen sogar einen Panoramabereich mit Stehplätzen!
[/quote]
So etwas gibt es Paris seit mindestens fünf Jahren!
Das mag stimmen, für deutsche Verhältnisse ist das jedoch sicherlich etwas "gewöhnungsbedürftiges". Ob das dann den Fahrgästen gefällt, dass "vorne" niemand mehr vorhanden ist?
Wie sieht das Ganze mit der Betriebssicherheit aus? Was passiert zB. bei einem Selbstmöder, von denen es bei der U-Bahn (und ich meine damit jetzt nicht Nürnberg speziell) generell einige gibt?
Mich würde hier das System zur Hinderniserkennung im Gleis interessieren, vielleicht findet sich jemand, der nähere Erläuterungen zu diesem Thema machen kann?
Bahnnews-Austria: Interessante Nachrichten aus der Welt der Eisenbahn!
Sybic hat geschrieben:Wie sieht das Ganze mit der Betriebssicherheit aus? Was passiert zB. bei einem Selbstmöder, von denen es bei der U-Bahn (und ich meine damit jetzt nicht Nürnberg speziell) generell einige gibt?
Im Bereich der Bahnsteige werden die Gleise der Nürnberger U3 künftig von Sensoren überwacht. Wenn Personen oder Gegenstände (abgesehen von der U-Bahn) in den überwachten Bereich eindringen, wird dies einerseits der Leitstelle mitgeteilt, die - unterstützt durch Videoüberwachung - weitere Maßnahmen entscheiden kann. Andererseits werden alle Züge, die eine bestimmte Entfernung zum von den Sensoren erfassten "Eindringling" unterschreiten, zwangsgebremst. Weitere Überwachungssysteme sollen u.a. Personen erkennen, die in den Tunnel laufen oder beim Fahrgastwechsel in den Kupplungsbereich zwischen zwei Triebwagen geraten. Detaillierte Informationen dazu unter http://www.rubin-nuernberg.de/index.htm?bahnsteig
Insofern ist die "Betriebssicherheit" also auch beim automatischen Betrieb gegeben.
Ich weiß allerdings nicht, ob die Front-Panoramascheiben der neuen U-Bahnfahrzeuge automatisch getrübt werden, wenn es zu einem Suizid kommt - wie es bei bestimmten ICE-Zügen bei den Panoramascheiben zwischen dem ersten Großraum und dem Führerstand der Fall ist.
In Paris es es so, dass die Bahnsteige vom Gleisbereich mit Glasscheiben und Türen abgetrennt sind, die Züge zentimetergenau bei diesen Türen halten und dann erst sich die Türen paralell öffnen - so ähnlich wie dies in der Bergstation der Kapruner Gletscherbahn der Fall war.
Es ist daher ziemlich unmöglich, dass jemand auf's Gleis gerät.
Das Fahren mit dem Zug, ganz vorne wie ein Lokführer stehend und wissend, dass es keinen gibt, ist ein etwas gewöhnungsbedürftiges Gefühl.
99 222 hat geschrieben:...die Züge zentimetergenau bei diesen Türen halten und dann erst sich die Türen paralell öffnen...
Verkehren diese Züge regulär auf Schienen oder handelt es sich dabei um die mit Gummirädern verkehrenden Fahrzeuge?
Falls letzteres nicht zutrifft: Wie sieht es dann mit der Gleitgefahr aus?
Ich kenne das System in Paris nicht, doch gibt es derart ausgestattete Stationen auch in Singapur. Dort ist völlig problemlos möglich, die regulär auf Schienen verkehrenden Züge automatisch (d.h. computergesteuert) auf den Zentimeter genau anzuhalten. Da die Reibungsverhältnisse auf den im Tunnel gelegenen Schienen auch kaum differieren, ist dafür prinzipiell auch kein sonderlich aufwendiges Steuerungssystem nötig.
Heute startete erneut eine Überstellung dieser Art, konkret trat die Einheit 725 / 726 aus dem Werk aus und konnte während des Nachmittages am Zentralverschiebebahnhof angetroffen werden:
Dateianhänge
Rubin 725 Zur 28_09_2005 BNA.jpg (65.95 KiB) 13795 mal betrachtet
Rubin 726 Zur 28_09_2005 BNA.jpg (65.86 KiB) 13795 mal betrachtet
Bahnnews-Austria: Interessante Nachrichten aus der Welt der Eisenbahn!
Auch heute startete eine Überstellung dieser Art, konkret trat die Einheit 727 / 728 aus dem Werk aus und konnte während des späten Nachmittages am Zentralverschiebebahnhof angetroffen werden:
Dateianhänge
Rubin 727 Za 10_10_2005.jpg (56.08 KiB) 13137 mal betrachtet
Rubin 728 Za 10_10_2005.jpg (56.37 KiB) 13137 mal betrachtet
Bahnnews-Austria: Interessante Nachrichten aus der Welt der Eisenbahn!
99 222 hat geschrieben:...die Züge zentimetergenau bei diesen Türen halten und dann erst sich die Türen paralell öffnen...
Verkehren diese Züge regulär auf Schienen oder handelt es sich dabei um die mit Gummirädern verkehrenden Fahrzeuge?
Die fahrzeuge der reihe MP89 sind gummibereift. Bekanntlich gibt es stahl- und gummilinien in Paris.
Die metros mit stahlrädern werden als "MF" bezeichnet (Métro Fer), zur zeit gibt es die typen MF67, MF79 und MF88.
Die metros mit luftgefüllten gummireifen werden als "MP" bezeichnet (Métro Pneu), zur zeit gibt es die typen MP59, MP73 und MP89.
Mit etwas Verspätung wurde heute Nachmittag die Überstellung der RUBIN Einheit 729 / 730 aus dem Siemens TS Werk in Wien Simmering nach Nürnberg eingeleitet.
Anbei eine Belegaufnahme dieser Garnitur, welche am späten Nachmittag in Wien Zentralverschiebebahnhof entstanden ist:
Dateianhänge
RUBIN 729 730 Za 08_11_2005.jpg (78.98 KiB) 12408 mal betrachtet
Bahnnews-Austria: Interessante Nachrichten aus der Welt der Eisenbahn!
99 222 hat geschrieben:In Paris es es so, dass die Bahnsteige vom Gleisbereich mit Glasscheiben und Türen abgetrennt sind, die Züge zentimetergenau bei diesen Türen halten und dann erst sich die Türen paralell öffnen - so ähnlich wie dies in der Bergstation der Kapruner Gletscherbahn der Fall war.
Es ist daher ziemlich unmöglich, dass jemand auf's Gleis gerät.
Das Fahren mit dem Zug, ganz vorne wie ein Lokführer stehend und wissend, dass es keinen gibt, ist ein etwas gewöhnungsbedürftiges Gefühl.
In Paris gibt es mehrere verschiedene Metro-Systeme, auch das mit den Gummireifen.