mehr unter http://www.orf.at/031104-67132/index.htmlDer halbtägige Warnstreik der Eisenbahner, der seit Mitternacht läuft, hat den gesamten Bahnverkehr lahm gelegt - führt aber offenbar nicht zum vielfach befürchteten Verkehrschaos im Frühverkehr.
Dass der Streik nicht zu einem Verkehrschaos geführt hat war zu erwarten. Die Gründe sind vielfältig:
1. Der Streik wurde bereits am Freitag angekündigt. Die Menschen hatten genug Zeit, sich darauf einzustellen (Urlaubstag, Fahrgemeinschaft usw.)
2. Der Streik dauert nur 12 Stunden. Arbeitnehmer mit Gleitzeit fahren möglicherweise erst zu Mittag zur Arbeit. Einen Tag Urlaub bekommt man auch relativ leicht.
3. In den dünner besiedelten Gebieten können die Straßen den zusätzlichen Verkehr leicht aufnehmen.
4. In den Ballungszentren stehen zahlreiche alternative öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung
5. Da der Generalstreik (fast alle Öffis streikten) im Frühsommer ohne Chaos vorüber gegangen ist, kann ein Streik der ÖBB auch keine schlimmeren Auswirkungen haben.
Ein mehrtägiger Streik würde sicherlich wesentlich gravierendere Auswirkungen auf das tägliche Leben haben. Niemand wäre bereit, seinen gesamten Jahresurlaub für den Streik zu verbrauchen. Die Produktionsausfälle in der Wirtschaft wären auch nicht zu unterschätzen.
Der kurze Streik wird nicht viele Öffi-Benutzer endgültig zum Autofahrer gemacht haben. Ein langer Streik würde dies jedoch sicherlich tun.