ÖBB: Streik ab Mittwoch 0:00 Uhr

Neuigkeiten & Sichtungen auf den österreichischen Schienen
Antworten
Dieter WISSEKAL

ÖBB: Streik ab Mittwoch 0:00 Uhr

Beitrag von Dieter WISSEKAL »

kurier.at berichtet:
Die Eisenbahner treten ab heute Mitternacht in einen "unbefristeten Warnstreik". Das sagte der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft, Wilhelm Haberzettl, am Dienstagnachmittag zur APA. Morgen, Mittwoch, und auch noch im Verlauf des Donnerstags stehen die Bahnen damit auf jeden Fall still. "Was nachher passiert, ist noch offen", droht Haberzettl.
Quelle: http://www.kurier.at/wirtschaft/437521.php
Dieter WISSEKAL

Beitrag von Dieter WISSEKAL »

Anlässlich des Streiks hat ORF.at äußerst schlampig den Schnellbahntakt recherchiert:
Die S-Bahnen werden ebenso bestreikt. Betroffen sind dabei vor allem die S2, die Nordwestbahn von Retz kommend, die Nordbahn über Marchegg und die S7, die Ostbahn von Hainburg kommend.

Zu Spitzenzeiten in der Früh und am Abend sind die Züge der S-Bahnen im Siebenminutentakt unterwegs. Alle anderen im 20-Minuten-Takt.
Quelle: http://oesterreich.orf.at/oesterreich.orf?read=detail&channel=3&id=292515

Der 7+8-Minuten-Takt gilt auf der Stammstrecke (fast) den ganzen Tag über. Welche anderen sind im 20-Minuten-Takt unterwegs?
hcl
Beiträge: 775
Registriert: Di Aug 12, 2003 13:54

Beitrag von hcl »

Seit wann gibt es eine Oberleitung nach Marchegg? Hab' ich was verschlafen, daß dort schon S-Bahnen fahren, oder meintest Du das mit schlampig.
Understanding is a three edged sword. Your side, their side, and the truth.
Benutzeravatar
Sybic
Beiträge: 5169
Registriert: Di Aug 20, 2002 1:20
Wohnort: Wien
Kontaktdaten:

Gedanken zum Eisenbahnerstreik

Beitrag von Sybic »

Soeben erhielt ich die folgende E-Mail, welche wohl auch andere Empfänger erreicht haben dürfte:


Die von der Bundesregierung geplante Zerschlagung der ÖBB bedroht die Zukunft des öffentlichen Verkehrs in Österreich: Auf dem Spiel steht ein bestens funktionierendes Verkehrssystem, das aus dem Alltag vieler Menschen nicht wegzudenken ist.

Fahrlässig zerschlägt die blauschwarze Regierung die erfolgreiche ÖBB-Struktur: 12.000 Arbeitsplätze sollen gekürzt werden, was auch das Serviceangebot und die hohen Sicherheitsstandards drastisch verschlechtern wird. Der Güterverkehr wird letztlich an internationale Konzerne vergeben, der Personenverkehr an Fremdbahnen. Und auch die Schulden der ÖBB werden steigen, weil die Regierung für den dringend notwendigen Ausbau der Schieneninfrastruktur nicht länger aufkommen will.

Hart trifft es aber gerade die Konsumenten: Für sie werden sich die Auswirkungen der sogenannten ,Reform' in bis zu 30 Prozent höheren Tarifen und einem verringerten Angebot niederschlagen. Es sind Pendler, Familien und Schüler, die zur Kasse gebeten werden. Damit gliedert sich die Zerschlagung der ÖBB in die endlose Reihe unsozialer Maßnahmen der blauschwarzen Regierung ein.

Diese unverantwortliche Vorgangsweise ist aber auch zutiefst wirtschaftsfeindlich. Hängen doch vom Ausbau der Schieneninfrastruktur zahllose Arbeitsplätze im Baugewerbe ab. Und für den Wirtschaftsstandort Österreich bedeutet ein hausgemachter Stillstand bei der Erweiterung der Verkehrsinfrastruktur einen entscheidenden Nachteil gegenüber den Nachbarstaaten.

Mit der Zerschlagung der ÖBB will sich der schwarzblaue Bund einer zentralen Verantwortung wie dem öffentlichen Verkehr entledigen. Dabei hat das Beispiel des Verkaufs der britischen Staatsbahnen schon bereits vorgeführt, dass Privatisierung keineswegs Probleme löst, sondern schlichtweg nicht funktioniert: Nötige Investitionen blieben aus, es gab mehr Unfälle und schließlich mussten die Bahnen wegen Verschuldung erst wieder verstaatlicht werden.


Nun ja...
Antworten