Bahn in Bewegung
09. Dezember 2003
Seit Jahren wird um den Um- und Neubau des Hauptbahnhofes in Salzburg gerungen. Jetzt wollen die ÖBB den Durchbruch schaffen.
SALZBURG-STADT (SN-marb). Innsbruck, Wels oder Linz. Die ÖBB-Bahnhofsoffensive läuft. Jetzt versuchen die Bundesbahnen, die Weichen auch in Salzburg zu stellen, wo seit fünf Jahren um den Um- und Neubau des Hauptbahnhofes gerungen wird.
"Wir sind uns erstmals im Unternehmen einig, wie wir das Projekt umsetzen wollen", sagte Norbert Steiner, Chef der ÖBB-Bahnhofsoffensive, am Freitag im SN-Gespräch. Das Ziel seien kurze Wege und ein heller, freundlicher Bahnhof, der den Anforderungen der nächsten 50 Jahre genügt. Dazu gehört unter anderem die Durchbindung zur Lastenstraße in Schallmoos.
Die ÖBB hätten "unglaublich viele Varianten" (Steiner) geprüft. Schlussendlich sei aber nur eine Lösung übriggeblieben. "Wenn wir mit dem Geld auskommen wollen, müssen wir den Mittelbahnsteig für eine betriebliche Nutzung freibekommen", sagt Steiner. Auf eine Aufstockung der Mittel zu spekulieren, sei illusorisch. Das bedeutet, dass der Marmorsaal abgerissen werden muss. Das Gebäude stammt aus 1949.
In den nächsten Wochen wollen die ÖBB Verhandlungen mit dem Bundesdenkmalamt aufnehmen, das sich bislang vehement gegen einen Abriss gewehrt hat. Die Dachkonstruktion über dem Mittelbahnsteig wollen die ÖBB als "technisches Denkmal" unbedingt erhalten. Nachsatz von Steiner: Wer sich jetzt noch weiter für den Erhalt des Marmorsaales einsetze, nehme in Kauf, dass die für Salzburg reservierten Gelder anderswo verbaut werden könnten.
Davon geht Steiner aber nicht aus: "Alle entscheidenden Politiker haben sich für einen raschen Baubeginn eingesetzt, auch wenn dabei der Marmorsaal weggerissen werden muss." Der Spatenstich für den Umbau des Bahnhofes soll im Jahr 2005 erfolgen. Die Bauzeit wird mit dreieinhalb Jahren veranschlagt. Die Finanzierung ist gesichert. Für den Umbau der Gleisanlagen sind vom Infrastrukturministerium per Verordnung 50 Mill. Euro reserviert. Weitere 33 Mill. Euro stehen für den Hauptbahnhof zur Verfügung.
Die ursprünglichen Pläne für den Um- und Neubau stammen von Klaus Kada. Diese müssen unter dem Diktat der knappen Kassen jetzt adaptiert werden.
© SN.
"SN" zur Bahnhofsoffensive "Salzburg Hbf"
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Stefan_M
"SN" zur Bahnhofsoffensive "Salzburg Hbf"
Endlich wird dieser unnötige und platzverschwendende Saal abgerissen. Historisch interessant ist er nicht, wenn man wollte kann man die Marmorverkleidung sogar aufheben und den Saal an anderer Stelle wieder errichten.
Es wäre wirklich toll, wenn man in Salzburg "bald" einen übersichtlicheren Hauptbahnhof hat, da der jetzige Zustand ein dauerhaftes Provisorium war, wo vieles angefangen aber nichts vollendet wurde. Man denke nur an die unübersichtlichen und unvollständigen Unterführungen.
Ein kleines Beispiel:
Der Weg vom Stadtteil Schallmoos (auf der Rückseite des Bahnhofs gelegen) zum Bahnsteig 1 (wo u.a. die IC-Züge nach Wien abfahren) führt zunächst auf die Bahnhofsbrücke. Von dort muß man mangels eines passenden Abganges zum Bahnsteig 2/3 gehen. (Der Abgang ist übrigens in Bezug auf seine Breite nicht für Personen mit Gepäck ausgelegt) Nach etwa 50 Metern auf dem Bahnsteig erreicht man die Unterführung, von der man dann endlich zum Bahnsteig gelangt.
Detail am Rande: Wenn man die westlichere Unterführung fertiggebaut hätte, könnte man direkt gehen. Es fehlen etwa 30 Meter...
Michael
Es wäre wirklich toll, wenn man in Salzburg "bald" einen übersichtlicheren Hauptbahnhof hat, da der jetzige Zustand ein dauerhaftes Provisorium war, wo vieles angefangen aber nichts vollendet wurde. Man denke nur an die unübersichtlichen und unvollständigen Unterführungen.
Ein kleines Beispiel:
Der Weg vom Stadtteil Schallmoos (auf der Rückseite des Bahnhofs gelegen) zum Bahnsteig 1 (wo u.a. die IC-Züge nach Wien abfahren) führt zunächst auf die Bahnhofsbrücke. Von dort muß man mangels eines passenden Abganges zum Bahnsteig 2/3 gehen. (Der Abgang ist übrigens in Bezug auf seine Breite nicht für Personen mit Gepäck ausgelegt) Nach etwa 50 Metern auf dem Bahnsteig erreicht man die Unterführung, von der man dann endlich zum Bahnsteig gelangt.
Detail am Rande: Wenn man die westlichere Unterführung fertiggebaut hätte, könnte man direkt gehen. Es fehlen etwa 30 Meter...
Michael
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Stefan_M
Der Südtirolerplatz (Bahnhofsvorplatz) wurde ja schon vor ein paar Jahren erfolgreich neu gestaltet. Die Lokalbahn erhielt nach 30 Jahren Provisorium endlich eine herzeigbare und auf eine Verlängerung ausgelegte Stadtbahnstation in doppelter Tieflage unter dem Platz. Ansprechende Busleisten wurden errichtet ebenso eine Tiefgarage. Was in Salzburg natürlich nicht fehlen darf ist eine geeignete Unterbringungsmöglichkeit für Fahrräder, deswegen wurde die erste Fahrradtiefgarage Österreichs errichtet, leider ein wenig unterdimensioniert. Auch die Außenfasade des Bahnhofsgebäudes wurde erneuert, doch dahinter versteckt sich immer noch einer der unübersichtlichsten und unpraktischsten Bahnhöfe Österreichs. Die genannten Einrichtungen sind allesamt von einer Verteilerebene im ersten Untergeschoß zu erreichen. Zu dieser Verteilerebene gelangt man von einer kleineren Halle im Bahnhof über einen Lift und eine Treppe. Im Zuge des Umbaus sind zusätzlich Rolltreppen geplant. Die Struktur des Bahnhofs soll sich komplett ändern. Die momentan drei Gänge unter den Bahnsteigen sollen zu einem breiten Boulevard mit Geschäften vereint werden der sowohl für Fußgänger als auch für Radfahrer benützbar wird und unter dem gesamten Bahnhof bis nach Schallmos reicht. Somit fungiert der neue Bahnhof neben seiner eigentlichen Aufgabe auch als wichtiger innerstädtischer Lückenschluss im Fuß und Radverkehr.

Der breite Mittelbahnsteig (2/3) mit dem Marmorsaal soll ebenso verschwinden wie die Sackbahnsteige in beide Richtungen. Dafür soll es mehr durchgehende Bahnsteige geben. Salzburg Hbf verfügt derzeit nur über 5 Bahnsteigkanten - das wird in Zukunft nicht mehr reichen - alleine schon für die "S-Bahn" wird ein eigener Nahverkehrsbahnsteig benötigt.
Interessant auch die mit dem Umbau verbundenen städtebaulichen Maßnahmen rund um das Bahnhofsareal:
http://www.stadt-salzburg.at/internet/t ... _51299.htm
Besonders den Längsbau entlang der Rainerstraße mit dem zweiteiligen 13-geschossigen Gebäude finde ich reizvoll:

Liebe Grüße, Stefan

Der breite Mittelbahnsteig (2/3) mit dem Marmorsaal soll ebenso verschwinden wie die Sackbahnsteige in beide Richtungen. Dafür soll es mehr durchgehende Bahnsteige geben. Salzburg Hbf verfügt derzeit nur über 5 Bahnsteigkanten - das wird in Zukunft nicht mehr reichen - alleine schon für die "S-Bahn" wird ein eigener Nahverkehrsbahnsteig benötigt.
Interessant auch die mit dem Umbau verbundenen städtebaulichen Maßnahmen rund um das Bahnhofsareal:
http://www.stadt-salzburg.at/internet/t ... _51299.htm
Besonders den Längsbau entlang der Rainerstraße mit dem zweiteiligen 13-geschossigen Gebäude finde ich reizvoll:

Liebe Grüße, Stefan
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Stefan_M
Was willst du mit dieser Fragestellung andeuten? Etwa dass man wegen diesem Ereignis (ob es überhaupt ein Terroranschlag auf die USA war oder eine selbstgebastelte Kriegsrechfertigung des Terrorstaates Nr.1 sei mal dahingestellt...) keine Doppelhochhäuser mehr bauen sollte????? Halte ich dann für absoluten Quatsch: Es gibt die TwinTowers am Wienerberg, es gibt die Petronas Towers in Kuala Lumpur, es gibt solche und ähnliche Gebäude nahezu auf der ganzen Welt - wieso sollte man so etwas also nicht mehr bauen?Das Thema ist zwar nicht lustig, aber zeigt das letzte Bild den Bahnhof vor oder nach dem 11. September?
Jedenfalls finde ich diese beiden aneinandergelehnten Türme architektonisch äußerst reizvoll!! In Salzburg hält man sich mit prägender auffalllender Architektur ohnehin meist zurück um nur ja das schöne Stadtbild nicht zu beeinträchtigen. Schon verständlich, aber gerade im Bahnhofsbereich würde ein wenig zeitgenössische Architektur auch nicht schaden und schon gar nicht stören!
Liebe Grüße, Stefan
Kurz gesagt:
Die beiden Hochhäuser sehen so aus, als ob sie bereits getroffen wurden.
Ich bin nicht der Meinung, daß man keine Hochhäuser mehr bauen sollte, aber ein wenig funktionaler sollte ein Hochhaus schon sein.
Benjamin Youngs hat einmal gesagt: "Alle Schönheit, die nicht auf Gebrauch gründet, wirkt bald widerlich und muss laufend durch Neues ersetzt werden."
In diesem Sinne kann ich mir nicht vorstellen, daß diese geknickten Türme lange das Salzburger Stadtbild zieren werden.
Architektur zum Selbstzweck halte ich nicht für sinnvoll.
Michael
Die beiden Hochhäuser sehen so aus, als ob sie bereits getroffen wurden.
Ich bin nicht der Meinung, daß man keine Hochhäuser mehr bauen sollte, aber ein wenig funktionaler sollte ein Hochhaus schon sein.
Benjamin Youngs hat einmal gesagt: "Alle Schönheit, die nicht auf Gebrauch gründet, wirkt bald widerlich und muss laufend durch Neues ersetzt werden."
In diesem Sinne kann ich mir nicht vorstellen, daß diese geknickten Türme lange das Salzburger Stadtbild zieren werden.
Architektur zum Selbstzweck halte ich nicht für sinnvoll.
Michael
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Stefan_M
Selbstzweck vielleicht nicht, aber einen beträchtlichen Teil kann sie doch einnehmen... Sonst hätten wir heute in ganz Österreich wahrscheinlich kein Weltkulturerbe!! Eine Kirche könnte ja auch viel einfacher als Betonklotz gebaut werden und wäre genauso funktionell, da hätte man ja auch nicht gleich den Stephansdom oder den barocken Salzburger Dom hinpflanzen müssen, oder? Heute sind wir aber doch alle froh dass es damals so gemacht wurde!!!Architektur zum Selbstzweck halte ich nicht für sinnvoll.
Auch unsere Generation sollte sich in die Stadtbilder einbringen mit zeitgenössischer Architektur, deswegen halte ich auch diese ganze Glassturzphilosophie wie sie zum Beispiel der Schauspieler und Gemeindepolitiker Herbert Fux (Bürgerliste) in Salzburg betreibt unpassend. Schon klar dass man die Festung oder den Dom nicht abreißen oder umbauen sollte, aber Projekte à la Haas Haus in Wien (weiß allerdings nicht was sich dort vorher befand) können reizvolle Gegensätze erzeugen!! Mir gefällt das Haas Haus denn es bewirkt Kontrast und Kontrast bewirkt dass etwas noch intensiver wahrgenommen wird! Mir gefällt es sehr gut wenn sich der Stephansdom in der Fasade des Haas Hauses spiegelt....
Und was ist an diesen Hochhäusern nicht funktional?? Von den Aufstiegshilfen ist so ein Knick heute wirklich kein Problem mehr... es gibt Lifte die die um Kurven fahren, Liftkabinen die sich ausklinken,....Ich bin nicht der Meinung, daß man keine Hochhäuser mehr bauen sollte, aber ein wenig funktionaler sollte ein Hochhaus schon sein.
Von der Wandneigung her ist es auch kein Problem bezüglich Möbel.... wer ist so blöd und stellt in ein Hochhaus mit einem solchen Ausblick Möbel von innen an die Glasfasade....
Also was ist an diesen Häusern nicht funktional????
Liebe Grüße, Stefan
P.S.: Kennst du den Pariser Stadtteil "La defense"??
Spätestens seit dem Umbau der Gasometer in Wien Simmering weiss man doch, dass alte & neue Architekur sehr wohl miteinander vereinbar sind, oder?
Wobei mich persönlich der Hochhaus Entwurf auch nicht sonderlich fasziniert, aber bitte.
Wobei mich persönlich der Hochhaus Entwurf auch nicht sonderlich fasziniert, aber bitte.
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