Dasagrüne vermissen bahnprojekte
Fasan: „Flughafenkooperation könnte Verzicht auf dritte Piste in Schwechat
ermöglichen.“
Kritisch bewerten die Grünen NÖ die gestrigen Gespräche von LH Pröll in
Bratislava, in deren Mittelpunkt vor allem gemeinsame
Infrastrukturprojekte standen. Der Verkehrssprecher der Grünen NÖ, LAbg.
Martin Fasan, begrüßt zwar die Kooperation mit dem Nachbarland Slowakei,
vermisst aber schmerzlich Gespräche über den Bahnausbau in der
Grenzregion. „Wie immer war vor allem vom Autobahnausbau die Rede,
gemeinsame Anstrengungen beim Öffentlichen Verkehr sind wieder einmal auf
der Strecke geblieben.“
Dabei, so der Grünpolitiker, würde gerade in diesem Bereich enormer
Aufholbedarf bestehen. „Eine Zugfahrt von Wien nach Bratislava dauert
heute länger als 1910, die Bahnverbindungen sind zudem völlig ungeeignet,
den Schwerverkehr von der Straße und damit die Belastung von den Menschen
in der Region zu nehmen. Hier sind dringend Investitionen und politische
Maßnahmen wie z.B. eine LKW-Maut nötig, um den Gütertransit auf die
Schiene zu bringen. Genau darüber müsste der Landeshauptmann mit seinen
slowakischen Kollegen reden, wenn nicht die gesamte Region – auf beiden
Seiten der Grenze – irgendwann im Transitverkehr ersticken soll.“ so
Fasan.
Eine „große Chance“ sehen die Grünen dagegen in der angedachten
Kooperation zwischen den Flughäfen Wien-Schwechat und Bratislava. Diese
würde nicht nur wichtige wirtschaftliche Impulse bringen, sondern auch die
Möglichkeit bieten, Synergieeffekte zum Nutzen der Anrainerbevölkerung auf
beiden Seiten zu erzielen: „Die Grünen haben schon im Rahmen des
Mediationsverfahrens um die dritte Landepiste in Schwechat immer
gefordert, Kooperationsmöglichkeiten mit Bratislava zu prüfen, denn es
soll schließlich nicht nur die Wirtschaft profitieren, sondern auch die
AnrainerInnen. Eine enge Zusammenarbeit beider Flughäfen könnte so den
Verzicht auf die dritte Landepiste in Schwechat möglich machen.“ gibt sich
Fasan optimistisch.
Ornette Novotny