ÖBB: Bahnhöfe als Nahversorger mit Supermarkt (07.06.05)

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NorbertK

ÖBB: Bahnhöfe als Nahversorger mit Supermarkt (07.06.05)

Beitrag von NorbertK »

Der Kurier hat geschrieben:ÖBB will Bahnhöfe als Nahversorger
Der Kurier, 07.06.2005

Die ÖBB wollen immer mehr Bahnhöfe mit Supermärkten ausstatten. Dem Beispiel der Deutschen Bahn folgend, wollen die Bundesbahnen im Herbst ein Konzept vorlegen, wonach in 30 bis 50 Bahnhöfen ein Nahversorger eingerichtet werden soll, kündigte ÖBB-Holding-Chef Martin Huber am Dienstag an. Gleichzeitig forderte Huber für die Bahnhofsgeschäfte die vollständige Liberalisierung der Öffnungszeiten.

"Wir wollen die Nahversorgung auf den Bahnhof zu bringen. Warum sollten wir das den Tankstellen überlassen?", erklärte Huber auf einer Pressekonferenz. Für ein Verbot der Sonntagsöffnung oder eine Beschränkung des Sortiments zeigte er dabei kein Verständnis. "Wenn eine Familie am Sonntag von einer Reise zurückkommt, warum sollte sie dann nicht am Bahnhof ein Waschmittel kaufen können, um noch am Sonntag Wäsche waschen zu können", argumentierte Huber.

Keine Beschränkungen mehr

Seit dem neuen Ladenöffnungsgesetz ist für Bahnhofsgeschäfte zwar die Beschränkung der Öffnungszeiten oder des Sortiments auf Reiseproviant gefallen. Gitter etwa vor Waschmittel-Regalen auf Bahnhofssupermärkten an Sonntagen fielen damit weg. Statt der Sortimentseinschränkung gilt allerdings seither eine Einschränkung der maximalen Verkaufsfläche auf 80 Quadratmeter. Ausgenommen von dieser Regelung wurden nur bestehende Läden etwa am Wiener Nordbahnhof oder am Franz-Josefs-Bahnhof.

Fall Linz "unverständlich"


Auf dem ersten Ende Dezember 2004 eröffneten Bahnhof Linz dagegen wurde einer Spar-Filiale die Sonntagsöffnung untersagt. Nur durch eine Sonderverordnung des jeweiligen Landes hätte die 80 Quadratmeter-Beschränkung aufgehoben werden können. Dass die Oberösterreicher die Genehmigung nicht erteilt haben, bezeichnete ÖBB-Chef Huber am Dienstag als "unverständlich". Kritiker dagegen sehen in einer weiteren Lockerung der Bahnhofsbestimmungen einen ersten Schritt in Richtung genereller Sonntagsöffnung.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein (V) hatte eine Änderung der aktuellen Bahnhofsregelung Anfang des Jahres explizit ausgeschlossen. Der Ball liege bei den Ländern, die die Möglichkeit der Ausweitung der Ladenöffnung - auch auf den Sonntag - "hatten und noch immer haben", so Bartenstein im Jänner.

Im Rahmen ihrer Bahnhofsoffensive haben die ÖBB bereits insgesamt 20.000 m2 neue Verkaufsflächen geschaffen. In den neuen Bahnhöfen Innsbruck, Graz und Linz kamen jeweils 5.000 m2 neue Verkaufsfläche dazu. In der zweiten Phase der Bahnhofsoffensive sollen jetzt unter anderem die Bahnhöfe Wien Nord, Wien Mitte, Wien West, Salzburg und St. Pölten umgebaut werden. Größtes Projekt in den nächsten Jahren wird der neue Wiener Zentralbahnhof sein.

Artikel vom 07.06.2005 | apa | ric | Der Kurier
harti07

Beitrag von harti07 »

Es ist heute leicht zu sagen, ich habe diese Idee schon vor etwa 15 Jahren gehabt - noch vor beginn der Ära Draxler, als man verstärkt daran ging, Zugleitbetriebe zu schaffen und damit Bahnhöfe zuzusperren.
Ich habe damals schon im Kollegenkreis vorgeschlagen, leer stehende Bahnhöfe (und Haltestellen soferne sie baulich dafür geeignet sind) einer weiteren Verwendung zuzuführen.
Mit ging es in erster Linie darum, die Bahnhöfe vor Vandalismus zu schützen und natürlich damit auch Einnahmen zu lukrieren, leider dachte man damals noch zu "staatlich".
Auch gab es damals noch nicht in jeder Schnell- oder U-Bahnstation einen Bäcker( Anker, Mann, Ströck).
Auf die Idee bin ich gekommen , als ich im Wald- und Weinviertel sah, wie schnell die verwaisten Bahnhöfe an Substanz vorloren haben.
Auch hätte man Bahnhöfe als Wohnung vermieten können, Bahnhöfe mit sog. Vorstandswohnungen gibts genug.
Heute wäre es eine Chance, einem 50jährigen, der am Arbeitsmarkt ohnehin kaum Arbeit findet, so eine Wohnung anzubieten, und für ein paar Stunden eine Art Greisslerladen, eventuell mit Postschalter zu betreiben.
Heizhaus

Beitrag von Heizhaus »

Also dieser Herr Martin Huber,

hat ja sehr wichtige Gedanken ( Sonntags vom Urlaub zurückkehrende
Familie muß noch Wäsche waschen ????!!!)
Handelsangestellte die ihren einzigen freien Tag der Woche den sie
gemeinsam mit ihren Familienangehörigen verbringen können, gehören
wohl nicht zu diesem Gedankengut !
Jetzt werden wieder einige schreiben, es geht um Arbeitsplätze und es
wird niemand zur Sonntagarbeit gezwungen, wobei jeder heutzutage
weiß das das eine Lüge ist !!!
Also ich bin gegen die Sonntagsöffnung !!!
Denn das würde dazu führen das die Sonntagsarbeit in einigen Jahren
generell eingeführt wird.

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Sybic
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Beitrag von Sybic »

Dazu fällt mir nur ein: Willkommen werter Reisender in der Servicewüste Österreich.

Neidvoll blicke ich ins Ausland wo ähnliche Regelungen bestens zu funktionieren scheinen; nur Wien als Beispiel genannt war, ist und bleibt bekantlich anders :)
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Heizhaus

Beitrag von Heizhaus »

Zum Thema Servicewüste,

müssen es solche Lebensmittelgeschäft ( mit ein paar hundert Quadrat-metern Verkaufsfläche und viel Personal) sein um keine Servicewüste
für den Reisenden aufkommen zu lassen, oder geht es auch ein
bißchen bescheidener.

Freundschaft Heizhaus :idea:

P.S.: Ich arbeite sehr oft an den Wochenenden (auch Sonntags) und
weiß daher was das für ein geregeltes Familienleben bedeutet !!!
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Sybic
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Beitrag von Sybic »

Ich denke, dass zB. die Spar Filialen in den Bahnhöfen Linz und Graz alles andere als üppig bemessen sind und nachdem die Auslastung an den We gegeben ist, dürfte wohl auch ein entsprechender Bedarf existieren?

Sicherlich mag es eine Umstellung für das Familienleben bedeutet wenn man auch an den We arbeiten muss, doch finde ich es interessant dass just diese Argumente ausgegraben werden wenn man sich wiederum vor Augen hält, dass andere Berufsgruppen seit Ewigkeiten auch an den Wochenenden arbeiten und das bestens funktioniert.

GPA Logik eben!
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Heizhaus

Beitrag von Heizhaus »

Zum Thema GPA-Logik,

ich arbeite jetzt seit über zwanzig Jahren bei den ÖBB ( Oberbau oder
Neudeutsch auch Fahrweg genannt) mit unregelmäßigen Nacht und
Wochenenddiensten ( Härtestes Jahr bis jetzt mit 37 Sonntagen Arbeit)
und es war bis jetzt kein allzugroßes Problem für mich und meine Familie.
( Wie auch von Dir geschrieben; arbeiten andere Berufsgruppen schon
seit Ewigkeiten an den Wochenenden und es Funktioniert bestens !!???).
Da aber meine Frau im Handel tätig ist und jetzt schon die Samstagarbeit
immer mehr zum Tragen kommt, ist es mit Kindern nicht mehr so erquicklich und von einem geregelten Familienleben ( außer den freien
Sonntagen) kann man nicht mehr sprechen.
Wenn meine Frau dann auch noch an den Sonntagen arbeiten müßte....
Daher Nein zur generellen Sonntagsarbeit !!!

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Sybic
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Beitrag von Sybic »

Na ja, bei den Entgleisungen der letzten Zeit ist das mit den vielen Sonntagen aber auch kein Wunder :lol:

Spass beiseite, es stellt sich die Frage nach einer Lösung mit der alle (Arbeitgeber & Arbeitnehmer) zufrieden sein können. Nur die GPA'sche Sturschädel Logik á la "Mit uns nicht" ist hier vielleicht nicht ganz "up to date"...

Insofern kann ich das gesamte Geplänkel rund um die Aussagen von Hrn.Huber nicht nachvollziehen.
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Heizhaus

Beitrag von Heizhaus »

@Sybic,

naja würde es nur nach den Entgleisungen gehen, würde ich hier
in unserem Bereich ( Großraum Attnang-Puchheim) wohl nicht so
viel Wochendarbeit haben.
Gibt leider (oder Gott sei Dank) auch noch anderes zu tun.
Zum Thema Sonntagsarbeit nur noch soviel; ich glaube wir beide
haben unsere Standpunkte klargelegt und es gibt somit von unsereins
zu diesem Thema nichts mehr zu sagen, okay !!?? :D

Freundschaft Heizhaus ;)
5046-01

Gute Sache

Beitrag von 5046-01 »

Ich finde das eine gute Sache, ich habe mal ähnliches dem Linksblock der Eisenbahnergewerkschaft (Damals gab es noch keine AUGE) vorgeschlagen :lol:
hcl
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Registriert: Di Aug 12, 2003 13:54

Beitrag von hcl »

Also einen Supermarkt 24 Stunden offenzuhalten ist wahrlich keine Kunst...

Der riesige Tesco in Sopron ist nachts mit ca. 5-7 Leuten besetzt. Angesichts der Größe des Supermarkts wahrlich keine Hexerei.
Irgendwer findet sich sowieso immer, der den Nachtzuschlag kassieren will.
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harti07

Beitrag von harti07 »

Wer A sagt muß auch B sagen...............
Ich erinnere mich noch an einen gewissen Handelsminister Staribacher der mit Begeisterung verkündet hat, weg von Preisregelung hin zum freien Markt, sei der Weg der Zukunft. Entweder konnte man sich damals nicht vorstellen wie das (vermutlich) enden würde, oder man wollte es nicht.
Wie groß war die Aufregung, als die z.B. die Fleischhauer Bier zur Wurstsemmel verkaufen wollten. Das war wochenlang Thema der Politik, des Handels und und und....
Heute? Heute kauf ich mir das Bier an der Tankstelle, beim Bäcker die Wurstsemmel bis hin zur Bahnkarte beim Lidl (Deutschland).......
Für den Konsumenten bedeutet es eine gewisse Bequemlichkeit, für den Anbieter eine zusätzliche Einnahmenquelle. So gesehen haben wir selbst dazu beigetragen, daß Arbeitsplätze verschwunden sind, indem Greissler und andere zusperren mußten.
Heute versucht man verzweifelt nach Möglichkeiten Arbeitsplätze zu schaffen ,weil die einen Auslagern um billiger zu produzieren, und die anderen immer mehr ausschliesslich von der Schnäppchenjagd gebrauch machen - Geiz ist geil - so "erzieht" man uns.
Wer im Hinterkopf die amerikanischen Supermärkte hat, wo rund um die Uhr offen ist, so frage man einmal jemanden, der etwa ein Jahr in Amerika gelebt hat und die Lebensumstände dort mitgekriegt hat.
Lustig ist das nicht, es ist meist der dritte Job um sich das überleben zu sichern........
Wer gestern im Report das Interview von Mirko Kovacs gehört hat, wird es bestätigen. Die Wirtschaft fühlt sich "gezwungen" weiter auszulagern, und Arbeitsplätze in Europa aufzugeben. Für Hrn. Kovacs ist es nicht nur zumutbar um Euro 6,09 in der Stunde zu arbeiten, vielmehr ist es für ihn auch eine Art Solidarität anderen gegenüber (Arbeitslose sind schmarotzer?) bzw. um nicht auf "blöde Gedanken" zu kommen, sollten die Menschen von sich aus so eine Arbeit annehmen.
Ihm und seinesgleichen bleibt es vorbehalten Konkursreife oder solche die man zum Konkurs getrieben hat, aufzukaufen und damit sich eine goldene Nase zu verdienen. die anderen mögen sich glücklich schätzen eine Arbeit und ein Dach übern Kopf zu haben.

Auch ich bin gegen die Sonntagsöffnung - aus vielerlei Gründen.
Nachdem wir immer noch offiziell die 40 Stunden Woche haben, bleibt genügend Zeit, alles zu kaufen was man möchte.(z.B. Samstag)
Manche scheinen wohl "planlos" zu leben, bzw. wissen sie heute auch schon was sie Samstag abend machen. So gesehen erübrigt sich der Sonntag zum Enkaufen von selbst.....................
Und für den es unzumutbar ist, 700 meter zum Bahnhof zu gehen oder zu fahren um öffis zu benützen, ist es allemal zumutbar am Sonntag sich einen Supermarkt oder Bahnhof zu finden um sich eine Tiefkühlpizza zu organisieren - und wenn es 5 Km sind - Zeit spielt da keine Rolle.
Haben wir es anders verdient?

Gerade die, die so vehement auf die Sonntagsöffnung drängen, möchte ich einmal fragen, ob auch sie selbst bereit sind am Sonntag zu arbeiten und ihren Beitrag zum nutzen der anderen. Es nur von andren zu verlangen finde ich schäbig.
hcl
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Registriert: Di Aug 12, 2003 13:54

Beitrag von hcl »

Was solls, bitte? Ärzte, Eisenbahner, Straßenbahner, Polizisten, etc. müssen auch am Sonntag arbeiten. Sie haben trotzdem eine 40 Stunden Woche und sie bekommen Zuschläge dafür. Also warum soll das in einem Supermarkt nicht funktionieren?

Nur wenn bei uns ein Laden 24h offen hat, heißt das nicht, daß er seine Leute nach amerikanischen Verhältnissen anstellen kann. In Österreich gilt immer noch österreichisches Recht. Abgesehen davon gibt es genug Leute, die keine Arbeit haben und vielleicht lieber am Sonntag im Supermarkt an der Kasse stehen als gar nichts zu tun.
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harti07

Beitrag von harti07 »

Natürlich müssen bestimmte Gruppen auch am Sonntag arbeiten. Villeicht hat man in den "goldenen Jahren" deshalb nie genug Leute bekommen, die gewillt sind ,am Sonntag zu arbeiten. Nicht umsonst hatte man Philippinische Krankenschwestern geholt........

Nicht böse sein - aber das mit dem österreichischen Recht - da kann ich nur lachen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Frag mal bei der Post, warum die wenigen noch vorhandenen Leute in der Mittgaspause durcharbeiten - weil sie so motviert sind, oder weil man ihnen sonst mit entlassung droht? Bezahlt wird die Mittagspause nicht !

Frag mal bei Eduscho/Tschibo - Bezahlt wird von 08.00 Uhr bis 18.00 Uhr.
Vor 08.00 Uhr einschlichten ,Gebäck aufbacken, nach 18.00 Uhr wegäumen, aufwaschen - bezahlt wird nicht!!!!!!! Aufmucken? Kannst gehen......


Man muß dort nicht arbeiten, kanns ja woanders versuchen. Leider sind die Möglichkeiten, speziell für Frauen nach der Karenz nicht so rosig, daß man monatelang Job suchen kann, vorallem wenn man das Geld braucht.
Und genau das nützt der Arbeitgeber weidlich aus . Man kann auch Klagen.
aber man kann dann an einem Finger abzählen wie viele Tage man dann noch dort arbeitet........................

Wie sieht´s im Gewerbe aus? Die Autowerkstätte in der mein Freund sein Auto abgestellt (Eisenstadt) hat, fand es am Samstag danach per Zufall in Sopron in einer Werkstätte wieder. Verrechnet wurde der österreichische Stundensatz der Werkstätte. Für Facharbeiter natürlich. Seither prozessiert er................

Weil Jobs eben heute schon mangelware sind , versuchen die Leute halt auch am Sonntag zu arbeiten - nur wenn sie sich das ausuchen könnten, würden sie etwas anderes bevorzugen.

Konkrete Frage an Dich - Bist Du bereit auch am Sonntag zu arbeiten??
hcl
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Registriert: Di Aug 12, 2003 13:54

Beitrag von hcl »

harti07 hat geschrieben: Konkrete Frage an Dich - Bist Du bereit auch am Sonntag zu arbeiten??
Wenn ich Montags frei kriege schon. Ich hab Sonntag vormittag keine wichtigen Termine.

Üblicherweise werden Überstunden jedenfalls bezahlt - in seriösen Betrieben zumindest.
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