ÖBB: Loks lieber verschrotten als verkaufen (Zitat)

Neuigkeiten & Sichtungen auf den österreichischen Schienen
Antworten
helmigo

ÖBB: Loks lieber verschrotten als verkaufen (Zitat)

Beitrag von helmigo »

Private österreichischen Bahngesellschaften werfen der ÖBB vor, ihre alten Loks lieber dem Schrotthändler als ihnen verkaufen zu wollen.

Österreichische Bahnunternehmen kritisieren die ÖBB für deren Praxis, alte, abgeschriebene Loks an Schrotthändler zu verkaufen mit der Auflage, diese auch tatsächlich zu verschrotten. Dabei würden private EVU mehr als die Schrotthändler für die Loks bezahlen. Doch die Bahn will sich die Konkurrenz vom Leib halten. Den EVU wird damit der Zugang zu billigeren Loks verwehrt.
Zitat www.verkehr.co.at
musiker

Beitrag von musiker »

Manchmal könnte man den Eindruck erlangen, diese Vorgangsweise gilt bei den ÖBBs nicht nur für einzelne Loks, sondern für ganze Bahnstrecken - siehe Mariazellerbahn!

(MIR wollen nimmer, aber es solls auch sonst niemand bekommen)

Johannes Reittinger
Pollux

Beitrag von Pollux »

musiker hat geschrieben:Manchmal könnte man den Eindruck erlangen, diese Vorgangsweise gilt bei den ÖBBs nicht nur für einzelne Loks, sondern für ganze Bahnstrecken - siehe Mariazellerbahn!

(MIR wollen nimmer, aber es solls auch sonst niemand bekommen)

Johannes Reittinger
Sowas ist grundsaetzlich ueberall in der wirtschaft ueblich und auch rechtlich abgedeckt. Druckereien haben frueher die bleibuchstaben eingeschmolzen und als metall verklauft, obwohl buchbindereien ein vielfaches dafur gezahlt haetten. Vollkommen sinnlos die ueberlegung, jemand koennte mit bleisatz in offsetzeiten konkurrenz machen!

Und eigentlich ist es auch richtig, dass es die bahn so macht, sonst kann sie gleich zusperren. Die billigkonkurrenz faehrt ausschliesslich die zuege, die viel geld bringen. Wenn es nach denen geht, ist morgen alles andere eingestellt! Und dann ist es nur mehr zum :cry:

Zumindest, wenn es um fahrzeuge geht. Da sind sogenannten "museumsbahnen" genauso aus reinen profitgruenden gierig drauf!

LG Hans
FM

Beitrag von FM »

Warum sind dann private 1042´er unterwegs und warum haben dann auch schon 4030´er den Weg zu Privaten gefunden ? Auch ex 2048 und 2143 sind privatisiert worden. Die ÖBB scheinen nicht so zu mauern wie die DB, bei der E-Loks nur an Konzerntöchter (Lokomotion, 3x 139 / MEG, 4x 156 und 1x 143) übereignet werden.

Grüßle FM
2050.005

Beitrag von 2050.005 »

Nun, es klagen ja auch österreichische EVU über die Vorgangsweise, weil sie selbst nicht "zum Zug" bzw. zum gebrauchten Tfz. kamen.
Es ist halt leichter, 1042/1142 nach Schweden an ein EVU zu verkaufen, das sicher kein Konkurrent für die ÖBB ist und sein wird, als an einheimische Marktbegleiter, die dann vielleicht mit ex-ÖBB - Loks ex-ÖBB - Geschäfte machen.....
MichaelK
Beiträge: 430
Registriert: Do Jul 31, 2003 22:03

Beitrag von MichaelK »

Pollux hat geschrieben: Und eigentlich ist es auch richtig, dass es die bahn so macht, sonst kann sie gleich zusperren. Die billigkonkurrenz faehrt ausschliesslich die zuege, die viel geld bringen. Wenn es nach denen geht, ist morgen alles andere eingestellt! Und dann ist es nur mehr zum :cry:
Das stimmt doch überhaupt nicht! Ein Blick (z.B. nach Deutschland) genügt, um festzustellen, daß viel mehr private Zugkilometer auf Nebenbahnen gefahren werden, als bei gewinnbringenden Fernverkehrszügen. Zumindest im Personenverkehr stimmt deine Aussage nicht.

Im Güterverkehr stimmt es zum Teil, dass die Privaten dort fahren, wo sie Geld verdienen können. Allerdings kann man kaum von Billigkonkurrenz sprechen, da das Angebot vielfach besser ist, als bei einer Staatsbahn. Es ist nicht nur der Preis, sondern auch die Faktoren Bedienungshäufigkeit, Engagement, Zeitaufwand etc die entscheiden.

Beispiel Eccocargo: So ein Angebot hat es vorher nicht gegeben, zumindest die ersten Verkehre waren Neuverkehre, die eine wirkliche Verlagerung von der Straße auf die Schiene darstellen. Da kann man nicht von Billigkonkurenz sprechen, es handelt sich schlicht um das bessere Angebot.

Michael
Heizhaus

Beitrag von Heizhaus »

Hallo,
tja das mit Deutschland ist so auch nicht ganz richtig.
Etliche der Zugkilometer manch privater EVUs, werden mit "billigen"
Personalen,sprich geminderte Sozialstandarts, streckenselektive
Ausbildung, Traktionsmittel die es eigentlich nicht geben sollte, so
z.B. Dieselloks unter Fahrdraht, aber nicht nur für Bedienfahrten sondern
hunderte Kilometer weit......
Ok diese Unsitte fangen jetzt auch schon die "Großen" an, aber warum....
Auch wird der Personennahverkehr in Deutschland von den Bundesländern
bestellt, so kommt es gar nicht so selten vor das manche Züge an der
Landesgrenze enden, sehr sinnvoll.......
Wollte hier aber nur zum Ausdruck bringen das private EVUs auch nicht
immer das Allheilmittel sind.....
Obwohl manche ihre Arbeit auch sehr gut erledigen......

Freundschaft Heizhaus ;)
MichaelK
Beiträge: 430
Registriert: Do Jul 31, 2003 22:03

Beitrag von MichaelK »

Heizhaus hat geschrieben:Auch wird der Personennahverkehr in Deutschland von den Bundesländern
bestellt, so kommt es gar nicht so selten vor das manche Züge an der
Landesgrenze enden, sehr sinnvoll.......
Aber sie haben wenigstens einen Verkehr! Mag sein, daß es nicht perfekt ist, das behaupte ich ja gar nicht, aber besser als bei uns ist es jedenfalls. Das Grundproblem mit den Landesgrenzen hast du bei uns auch, allerdings eben nicht immer an Grenzen, sondern mitten auf einer Strecke (z.B.: Gerichtsberg, Kamptalbahn, Lavanttalbahn,...)

Bei uns enden Strecken an unlogischen Punkten. Ich nehme an, dass das absichtlich so ist. Wenn es doch nicht absichtlich ist, dann ist man einfach unfähig, Verbindungslinien sinnvoll zu betreiben. Und da ist es mir persönlich schon lieber, wenn eine Strecke von einem Unternehmen betrieben wird, das auch Interesse an dieser Strecke hat. (Interesse ist jetzt nicht ähnlich wie bei einem Fan, sondern durchaus in wirtschaftlichem Sinne gemeint.)

Michael
Antworten