Das Frühstück ist im Übernachtungspreis nicht inkludiert, aber es gibt um wenig Geld die Möglichkeit, ein Frühstücksbuffet europäischer Art zu nutzen. Da sagen wir natürlich auch nicht nein.
Nach dem Frühstück bringen wir unsere Schmutzwäsche zu einer Wäscherei ums Eck. Die letzte grosse Waschaktion fand in Severobajkalsk statt... Nachdem der Preis ausgehandelt ist, starten wir unsere Sightseeing-Tour.
Zu Fuss spazieren wir in Richtung Platz des Himmlischen Friedens (Tian’anmen-Platz). Auf dem Weg dorthin geniessen das Flair in den kleinen Gassen rund um die Jugendherberge:

Tian’anmen-Platz – Mao-Mausoleum:

Mao Zedong heben wir uns für später auf.
Die „Grosse Halle des Volkes“ auf der Westseite des mit einer Fläche von 40 Hektar grössten Platzes der Welt:

Die roten Fahnen sind noch das kommunistischste in China, im wirklichen Leben herrscht heute Kapitalismus pur. Im Hintergrund auf der Ostseite des Platzes ist das Museum zur chinesischen Geschichte und Revolution zu erkennen:

In Österreich würde man bei diesem Foto denken, dass es angesichts des bewölkten Himmels eher kühl ist. Nicht in Peking, es handelt sich nicht um Wolken, sondern nur um Dunst und es hat ca. 30 Grad. Extrem schwül also.
Im Hintergrund der Eingang zur „Verbotenen Stadt“ – dort residierten und regierten bis 1911 die chinesischen Kaiser:

Der ist echt:

Vor dem Eingang zur Verbotenen Stadt:

Durch dieses Tor gelangt man in einen ersten Innenhof, wo man dann die Eintrittskarten kaufen kann. Kostenpunkt: 60 Juan.
Danach darf man sich die unzähligen Paläste und Parkanlagen der chinesischen Kaiser ansehen:






Wir verlassen die Verbotene Stadt über den nördlichen Ausgang und besteigen anschliessend den sogenannten Kohlehügel. Von einem Pavillon auf der Spitze des Hügels hat man eine guten Ausblick auf die Verbotene Stadt. Noch besser wäre der Ausblick halt ohne Dunst...

Auf dem Weg zu einem Restaurant entsteht dann noch dieses O-Bus-Foto:

Nach dem Essen machen wir uns per Taxi auf den Weg zum Himmelstempel im Süden der Stadt. Dieser liegt in der Mitte eines grossen Parks:




Anschliessend geht es – ebenfalls per Taxi – zurück zum Hostel. Taxifahrten haben sich für uns dann doch unkomplizierter herausgestellt, als das der erste missglückte Taxifahrversuch vom Bahnhof zum Hostel erwarten liess.
Man braucht nur einen Zettel, wo das Ziel auf chinesisch drauf steht. Über den Preis muss man nicht verhandeln, alles läuft streng nach Taxameter und man bekommt auch eine Rechnung.

Die Kosten sind auch niedrig, für 6 Kilometer haben wir beispielsweise 17 Juan gezahlt, also ca. 1,7 Euro.
Natürlich, mit dem Öffentlichen Verkehr wäre es billiger gewesen, aber doch komplizierter, v.a. wenn es darum geht, die richtige Linie und dann die richtige Aussteigehaltestelle herauszufinden.
Der Abend verläuft dann ähnlich wie am Vortag. Ich denke, wir haben während der ganzen Zeit in China immer nur in Restaurants gegessen, während wir uns z.B. in Russland oft aus Supermärkten selbst versorgt haben. Das liegt halt daran, dass Essen im Restaurant in China spottbillig ist, ausserdem war das Produktangebot in den chinesischen Lebensmittelläden nicht dazu geeignet, eine Jause nach unseren Vorstellungen (also z.B. Brot mit Wurst und Käse) zusammenzustellen. Da zogen wir dann lieber die chinesische Restaurantküche vor.
Am Abend planen wir auch noch den nächsten Tag. Natürlich wollen wir von der chinesischen Mauer noch mehr sehen als auf der Zugfahrt von Ulan-Bator. Florian und ich würden die Mauerbesichtigung gerne etwas sportlicher anlegen. Nicht bloss Busfahrt hin, ein paar Fotos und dann wieder zurück. Ausserdem wollen wir nicht irgendwohin, wohin Touristen in Massen gekarrt werden (z.B. nach Badaling)
Wir entschliessen uns, eine vom Hostel angebotene Tour mit Busfahrt zu einem Punkt der Mauer und Abholung von einem anderen mitzumachen. Florian und ich buchen diese Tour um ca. 120 Juan, die Mädels wollen hingegen auf eigene Faust per Bus nach Badaling fahren.
Dienstag 30. August 2005
Wir stehen zeitig um halb sechs auf, denn die Abfahrt ist für 6 Uhr angekündigt. Ein kurzes Frühstück geht sich noch aus, dann geht es mit diesem Kleinbus los:

Über wilde Stadtautobahnen verlassen wir die riesige Stadt. Obwohl Ausländer in China meines Wissens nach nicht Auto fahren dürfen, gibt es auf der Autobahn englische Hinweise:

Später geht es dann auf einer vierspurigen Überlandstrasse weiter, dann auf einer zweispurigen und schliesslich ist es eine ganz kleine aber asphaltierte Dorfstrasse, die uns nach insgesamt drei Stunden Fahrzeit zum Ausgangspunkt unserer Wanderung in ein kleines Tal führt.
Der Bus wird uns um 14:30 in Simatai wieder abholen. Bis dorthin sind es ca. 10 Kilometer. Die Wanderung selbst ist nicht geführt, jeder kann sein Tempo selbst bestimmen, so dass sich die Gruppe sehr schnell verteilt.
Zunächst geht der Weg noch ein bisschen im Tal entlang und steigt dann an. Hier kann man auch schon die Mauer erkennen:

Hier haben wir die Mauer schon erreicht:


Die Wanderung ist durchaus recht anspruchsvoll, immerhin geht es bergauf-bergab. Und die Stufen entsprechen hinsichtlich der Höhe auch nicht unbedingt der unsrigen Bauordnung
Bei fast jedem Turm warten dann Souvenir- und Getränkeverkäufer („Mister, please, cold water. Cheap, cheap!“) auf Kundschaft.
Vor allem im Mittelteil der Wanderung treffen wir auch relativ wenig andere Touristen, ausserdem ist hier die Mauer noch nicht überall renoviert:




Gegen Schluss geht es dann in ein tiefes Tal, dass dann mit einer Hängebrücke überquert wird:


Dann geht es noch ein paar Meter am Gegenhang hinauf und wir haben das Ende unserer Mauerwanderung erreicht. Fast, denn nach einer kurzen Pause wandern wir noch ein halbe Stunde talauswärts in Richtung Parkplatz. Dabei kommen wir bei einer kleinen Talsperre vorbei...

...ausserdem an einigen Hinweisschildern mit teils amüsanten englischen Übersetzungen:



In Simatai angekommen ist noch genügend Zeit für ein Essen im „Sima-Restaurant“. Die Abfahrt verzögert sich um eine halbe Stunde, da ein paar „Blahde“ in unserer Gruppe mangels Kondition doch länger als geplant für die Wanderung brauchen....
Auf dem Rückweg:
Die Wirtschaft boomt – moderne Geschäftsgebäude in einem Vorort Pekings:


Dieser Traktor ist ein kleiner Kontrast zum sonstigen Strassenbild:

Bei manchen Ampeln wird die Wartezeit bis zum Beginn der Grünphase angezeigt:

Der ganz normale Wahnsinn – Stau auf drei Ebenen in Peking:


Trotz des stark zunehmenden Autoverkehrs ist auch der Fahrradverkehr nicht übel:

Gegen 19 Uhr sind wir schliesslich beim Hostel. Nach dem Abendessen holen wir uns noch ein Bier und kommen mit anderen Reisenden ins Gespräch. U.a. mit einem Schweizer, der allein unterwegs ist und nach ein paar Wochen in China über Tibet nach Indien reisen will.
Fortsetzung folgt...